Ausstellungen: Köln , 1987

Stephan Schmidt-Wulffen

Thomas Huber

»Wasser, Salz und Bilder«
Galerie Michael Horbach, Köln,
30.4.-6.6.1987

»Hier ist der Ort, den die Bilder vorstellen und Jetzt die Zeit, da sie sich ereignen.« Mit solchem Nachdruck macht Thomas Huber im Katalog auf die Besonderheit dieser Ausstellung in der Galerie Horbach aufmerksam: Die Bilder, die hier hängen, sind nicht nur für diese Präsentation entstanden, sie handeln auch von dem Ort, an dem sie gezeigt werden.

Damit gelingt THOMAS HUBER ein Kunstbegriff, den er rhetorisch schon seit längerem beschworen hat, etwa wenn seine »Rede in der Schule« vom Betrachter verlangt: »Nicht vor dem Bild soll er verweilen, sondern im Bild soll er sein.« Diese Metapher umzusetzen gelang durch eine Reihe inszenatorischer Kunstgriffe, die Hubers Bildern und Installationen unter anderem ihre Grammatik verliehen.

Der Besucher der neuen Ausstellung ist nun schon dadurch im Bild, daß er die Wirklichkeit betritt, die die Bilder vor ihm meinen. Kein Anderswo wird da angedeutet, »so daß man mit Sehnsucht im Herzen davorsteht und, ach, sich wünscht, man wäre dort an jenem Ort, den sie als Wiederschein hier lediglich nur abbilden.« Mit dieser deutlichen Referenz, alle Gemälde und Zeichnungen wiederholen die für den Raum charakteristischen vier Säulen, widerlegt Thomas Huber den Verdacht der Fiktionalität, die alle Malerei trifft, und weist eine eindeutige Referenz nach. Aus den Sachverhalten der Malerei werden (scheinbar?) Tatsachen.

Thomas Huber ist gewohnt, solch einmal eingerichtete Bezüge in all ihrer Doppeldeutigkeit für die Konstruktion seiner Bildaussagen zu instrumentalisieren. Diesmal jedoch greift das Bildgeschehen in den Raum hinaus. Wenn das Bild »Das Meer« im Raum einen…

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