Ausstellungen: Saarbrücken , 1987

Sigrid Fesser

K.R.H. Sonderborg

Werke 1948 bis 1986
Moderne Galerie des Saarland Museums Saarbrücken
17.7.-18.10.1987

Er lebt in Paris und in Stuttgart, aber seit 1957, sagt er, hat er kein Bild mehr in Deutschland gemalt: K. R. H. SONDERBORG, 1923 als Karl Rudolf Hoffmann im dänischen Sonderborg geboren, eine der Stifterfiguren des deutschen Informel und, vielleicht, der Beständigste in einer Gruppe, die nie eine war – ihre hellsichtigeren Vertreter hatten ohnehin schon immer sehr genau gewußt, daß das Informel, als entschiedene Nicht-Methode, nur so lange einen Sinn machte, als es sich nicht zu einem Stil verfestigte.

Nachdem erst im vorigen Jahr die Staatsgalerie Stuttgart eine retrospektive Ausstellung der Arbeiten auf Papier gezeigt hatte, widmet Saarbrücken nun dem jahrelang allenfalls sporadisch präsenten Maler mit etwa 120 Bildern und großformatigen Zeichnungen aus den Jahren 1948 bis 1986 die erste große Museumsretrospektive überhaupt. Sie wurde im großen, 800 Quadratmeter umfassenden Ausstellungspavillon der Neuen Galerie des Saarland-Museums so angeordnet, daß sie nicht nur chronologisch, das heißt entlang eines in Raumfluchten von älteren zu jüngeren Arbeiten hin entfalteten zeitlichen Entwicklungsschemas, als auch, davon abweichend, in beliebig wählbaren Durchblicken und Rückblicken zu erleben war.

Durch diesen Kunstgriff, der keine Caprice der Ausstellungsmacher war, kamen Energien und Eigenheiten von Sonderborgs Malerei zu überraschend intensiver Wirkung. Auch die Tatsache einer nicht ganz geheueren Chronologie war unübersehbar; manche Arbeit hätte sich da bequem unter zehn, ja zwanzig Jahre Früheres oder Späteres schmuggeln lassen, ohne daß es weiters aufgefallen wäre.

Daß Sonderborgs »Wirkung«, trotz einer gewissen Entwicklungsfremdheit immer noch anhält, liegt nun weder in der durchgehend…

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