Ausstellungen: London · von Edgar Schmitz · S. 365
Ausstellungen: London , 2013

Edgar Schmitz

Sturtevant

»Leaps Jumps and Bumps«

Serpentine Gallery, London, 28.6. – 26.8.2013

Sturtevants Arbeiten sind fast automatisch immer das bisschen besser als die Vorgaben, die sie vereinnahmen, weil sie aus dem Gegebenen ausscheren und das bisschen Extra generieren, von dem aus sich Differenzen auftun (kunstgeschichtlich hinsichtlich des Status von Arbeiten und Originalen, wahrnehmungstechnisch hinsichtlich der Kollisionen, die notwendig zwischen der Erinnerung an die Vorgängerarbeiten und der Präsenz der Sturtevant Versionen oszilieren; und immer wieder hinsichtlich der Frage nach Erfindung und auf welcher Ebene von Produktion diese anzusiedeln sein könnte). Aber was passiert, wenn die Gegenwart die Modalität der Arbeit einholt und Wiederholung, Mutation und minimale Abweichungen sich nicht mehr als Eingriffe profilieren, sondern zunehmend einfach nur noch gegebene Bedingungen zu spiegeln scheinen? Was passiert mit Sturtevant, wenn ihre Arbeiten endlich in die Modalitäten der Welt passen?

Mit ihrem Interesse an Wiederholung und den Videos, die sie seit Jahren auch macht, wird Sturtevant oft als Vorreiterin verortet und als diejenige gefeiert, die die Bilderschleifen der Gegenwart verstanden und heraufbeschworen habe, bevor es sie als Weltrealität eigentlich gab.

Aber all das, was sie als youtube-kompatible Künstlerin in der Gegenwart zu verorten scheint, ist genau die Schwelle, an der die Arbeit sich verflüchtigt, weil die Fragestellungen sich hier nicht mehr verschärfen, sondern vielmehr immer schon vorgegeben sind. Was vor fünfzig Jahren bei Eingriffen in Eigentums- und Autorenschaftsprotokolle auf dem Spiel stand und Sturtevants seitliche Einbrüche in den Diskurs so heroisch wie auch richtungsweisend machte, profilierte sich in den Arbeiten als Eingriffen. Als Warhol einmal wieder gefragt wurde, wie…

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