Ausstellungen: Brüssel , 2014

Fabian Stech

Michaël Borremans

»As sweet as it gets«

Palais des Beaux-Arts Brüssel, 22.2. – 3.8.2014
Tel Aviv Museum of Art, 4.9.2014 – 3.1.2015
Dallas Art Museum, 15.3. – 5.7.2015

Michaël Borremans sagt von sich, er male immer nur Kultur. So ist es normal, dass die meisten seiner Vorlagen Fotografien oder andere Bilder sind. Bilder von Bildern, die immer etwas Befremdliches, Unerwartetes haben, etwas das dem Betrachter ein Rätsel aufgibt. In der großen extrem gut besuchten Retrospektive des Malers aus Gent im Bozar in Brüssel wenden die Betrachter stumm ihre Köpfe vor den Bildern hin und her, treten näher und einen Schritt zurück, wie um die Bilder gleich einem schwer lesbaren Text zu entziffern. Beckett, der den ambivalenten Bildern von Borremans Pate steht, sagte vom Schreiben, es sei Verstoß gegen die Sprachlosigkeit. Das Malen ist bei Borremans Verstoß gegen die Bildlosigkeit. Aus unserer bildüberfluteten Welt löst der belgische Maler vorsichtig Vorbilder heraus und verändert sie sanft insistierend bis sie uns als eine Überschreitung erscheinen, die Sinn macht. Doch heimlich malt Borremans auch nach der Natur. In der Ausstellung hängt ein kleines Bild von einem toten weißen Huhn. Es ist nicht nach einem Gemälde entstanden, auch wenn es in den klassischen Stillleben wie bei Rubens oder Caravaggio unendlich viele Vorbilder gibt. Doch dieses Huhn ist im Atelier des Künstlers für die Kunst gestorben. Im Gespräch mit dem amerikanischen Kurator der Ausstellung, Jeffrey Grove, erläutert der Künstler dieses Opfer für die Kunst, das Leiden und die Intuition, der er folgte, um das Bild zu malen. Ob sich…




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