Ausstellungen: Köln · von Barbara Foerster · S. 400
Ausstellungen: Köln , 2001

Barbara Foerster

Mike Kelley

»Memory Ware«

Jablonka Galerie, Köln, 1.6. – 7.7.2001

„Ein ‚Gedächtnisartikel‘ ist ein gewöhnlicher Gegenstand wie etwa eine Flasche oder ein Aschenbecher, der mit dekorativen, billigen Materialien wie Buttons, Muscheln oder Strasssteinen geschmückt ist. Diese Materialien sind häufig Andenken, Dinge, die aus sentimentalen Gründen aufgehoben wurden und so als Auslöser angenehmer Erinnerungen angesehen werden können.“ Mike Kelley bezieht sich auf diese bekannte kanadische Form der Volkskunst, wenn er in seiner Serie „Memory Ware“ riesige Bildwerke mit dekorativem Nippes schmückt. Eingelassen in Beton ergeben Knöpfe, Uhren, Schlüssel, Muscheln und Kettenanhänger bunt schillernde Wandgemälde. Jedes Werk erscheint zuerst wie ein beliebiges Potpourri aus sentimental aufgeladenen Gegenständen. Wie bei seinen häufig so interpretierten Stofftier-Assemblagen, könnte man auch hier eine nostalgische Reminiszenz an vergangene Momente vermuten. Kelley geht es jedoch bei seinem Spiel mit Nostalgie und Erinnerung gerade um eine, wie er es nennt „Wiederbewertung und Wiederverwendung“ von Erinnerung. In seinen oftmals sehr düsteren Installationen der 80er und 90er Jahre lüftete er den verklärenden Schleier der Erinnerung und verschiebt eingefahrene Wahrnehmungsraster – ohne eine andere Wahrheit anzubieten.

Dieser postmoderne Skeptizismus Kelleys findet sich auch in den ausgestellten Bildwerken der Jablonka Galerie. Auch wenn sich alle Gemälde aus dem gleichen Fundus an dekorativen Materialien ergeben, unterscheidet sich ihre Komposition deutlich von einander. Es gibt blendende Monochrome aus glänzenden Metallen, folkloristische Ornamentik nur aus gleichförmigen Buttons oder unbeschränktes Vielerlei im wilden Stil. Durch die spezifische Auswahl des Künstlers erhalten die gesammelten Dinge ein neues „Leben“. Er selbst formulierte sein Vorgehen so: „Dinge anschauen, Strukturen analysieren, Beziehungen herstellen, dazu…

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