Ausstellungen: Köln , 2007

Annelie Pohlen

Mondi Possibili

Galerie Monika Sprüth Philomene Magers, Köln, 16.1. – 17.3.2007

Alle Kultur wildert im Möglichen. Je feiner die Werkzeuge umso vielfältiger die Möglichkeiten, die Welt neu zu erfinden. Voltaires „beste aller möglichen Welten“ beinhaltete nicht nur Ironie in Sachen status quo, sondern auch Sehnsucht im Virtuellen. Virtuell ging es immer zu, nur eben noch nicht digital.

Gemessen an diesen zuletzt genannten Möglichkeiten ist die Vorstellung der „Mondi possibili“ bei Sprüth/Magers von eher charmanter Konventionalität. Auch wenn es mit einem wunderbaren Film von Peter Fischli / David Weiss nicht an technisch mehr oder minder avancierten Medien fehlt, so nimmt sich aufs Ganze gesehen die Vorstellung möglicher Welten in den beiden vorzüglich inszenierten Galerieräumen wie ein subtiler ,Vorschlag‘ zur einzigartigen Wohnungseinrichtung aus. Zum zweiten Mal nimmt die Galerie die Gelegenheit wahr, in dem ,Passagen‘ genannten Parallelprogramm zur Möbelmesse eine andere Form des Umgangs mit dem Gebrauchgegenstand im eigenen Heim ins Angebot zu setzen.

Das, was man üblicherweise Werbung nennt, im gegebenen Fall die Einladung zur Ausstellung, weist subtil, weil nahezu unmerklich, den möglichen Zugang: Wie im Brennglas, modisch Focus genannt, sind drei Werkdetails – die Tapete von Thomas Demand, die Lampe von Thomas Grünfeld und die runde Einfassung von Andreas Schulze – kondensiert, als gelte es durch den üblicherweise nach außen gerichteten Türspion diesmal in das geheime Innere eines seltsam geschichteten ,Bilder‘-Gedankenraums zu blicken.

Ganz so wie die Einladung präsentiert sich die Ausstellung als schillernd intelligentes Gedankenkonstrukt in erheiternd provozierendem Outfit. Dieses führt den zur ,Passage‘ eingeladenen Besucher nicht nur in eine Vielzahl möglicher Welten,…

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von Annelie Pohlen

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