Gespräche mit Kunstvermittlern , 1997

»Offene Form«

Jürgen Raap sprach mit Dr. Jochen Poetter, seit dem 1. Oktober 1997 Direktor des Museum Ludwig Köln

Der gebürtige Berliner Jochen Poetter (Jahrgang 1943) studierte an der Universität München Theaterwissenschaften, Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie und promovierte 1978 über Arnold Böcklin. Von 1980-1985 war er in München Direktor des Museums Villa Stuck, ab 1986 Leiter der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Dort zeigte er u.a. Chamberlain, Judd, Flavin, Close, Polke und Ruthenbeck.

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J.R.: Als Ihr Vorgänger Marc Scheps sein Amt antrat, nahm er erst einmal eine Neuhängung der ständigen Sammlung vor. Sie treffen jetzt hier im Hause auf eine Situation, die durch den bevorstehenden Auszug des Wallraf-Richartz-Museums determiniert wird. In zwei Jahren werden dessen Bestände vor 1900 am Gürzenich einen eigenen Neubau bekommen haben. Das Museum Ludwig hat dann für die Kunst nach 1900 das gesamte hiesige Gebäude zur Verfügung – eine Regelung, zu der man sich nicht zuletzt deshalb entschloß, um die umfangreiche Picasso-Schenkung des Ehepaares Ludwig angemessen an die Bestände der Moderne ankoppeln zu können. Werden Sie ebenfalls schon bald eine Umhängung vornehmen oder solange warten?

J.P.: Diese spezifische Situation der institutionellen Neuordnung war für mich Hauptanreiz, nach Köln wechseln zu wollen. Meine Strategie gegenüber der Sammlung zielt darauf, erst dann eine Neuhängung vorzunehmen, wenn ich diese Sammlung wirklich verinnerlicht habe. Ich finde es sehr günstig, hierfür noch etwas Zeit zu haben und mich auf jenen Augenblick konzentrieren zu können, an dem dann das ganze Haus zur Verfügung steht. Bis dahin gehen meine Aktivitäten mehr in Richtung Wechselausstellungen.

Von den Positionen der Nouveau…

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