Ausstellungen: Mönchengladbach , 1988

Raimund Stecker

Otto Piene

Feuerbilder 1973 -1988

Galerie Löhrl, 16.4. – 21.5.1988

Ein Foto auf einer der letzten Seiten des zu dieser Ausstellung herausgegebenen Katalogbuches belegt, was ein früherer Text aus dem Jahre 1959 vorn im Katalog anspricht: das künstlerische Tun Otto Pienes ist das eines Inszenierens, Inszenierungen liegen seinen Werkprozessen zugrunde; außerhalb Pienes direktem Eingriffsvermögen liegende Zufälle konditionieren die Bildwerdung; immer bleiben Fragen nach dem Wie des Gemachtwordenseins offen. Das Foto zeigt, wie sich Feuer – gleichsam bildend -über die Bildfläche wälzt, wie Rauch aufsteigt, weht, und wie der Künstler in dieser „Arena der Begegnung von Energien des Autors“ bloßer Zuschauer bleibt. Otto Piene überläßt die Bildwerdung den Energien des Feuers -„nur“ die Rahmenbedingungen, die gibt er vor. Die Inszenierung ist abgeschlossen und der Ablauf wird sich selbst überlassen. Zufälle sind einkalkuliert, ja, bürgen für die immer wieder das betrachtende Auge ergreifende Bildsensationen.

Josef Albers erzählt in einem Fernseh-Interview, daß jedes seiner „Homages to the Square“ ein neues Stück auf der immer gleichen Bühne sei. Dies gilt ähnlich auch für Otto Pienes Feuerbilder, vor allem für seine früheren. Doch was für Stücke sind es, die durch Otto Pienes Bilder zur Aufführung kommen?

Feuer oder gar Licht in den Kosmos der Kunst zu überführen, ist ein Thema in der Geschichte der Kunst, das zu denen zählt, die isoliert, elementarisiert, erst zu Beginn unseres Jahrhunderts aufgegriffen wurden. Ivan Kliun sei erwähnt, der 1923 mit seiner „Sphärischen Komposition, Rotes Licht“ malerisch den Versuch unternahm, die kosmischen Energien in Form einer grenzenloses Feuer evozierenden Bildmetapher zur Darstellung zu bringen,…

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