Ausstellungen: München , 2000

Doris von Drathen

Paul Wallach

Galerie Sabine Knust, München, 8.9. – 4.10.2000

Abstrakte Wandarbeiten – diese schnelle Klassifizierung ist nicht falsch, und doch würde sie die Skulpturen von Paul Wallach nach ihrem nebensächlichsten Element einordnen, nämlich nach einem versteckten Stahlstift. Der Bildhauer, der 1960 in New York geboren wurde und seit 1994 in Paris lebt, bezeichnet selbst den Ort seiner Objekte als „off the wall“. Nicht an der Wand, sondern von der Wand aus arbeitet er und untersucht verschiedene Räume. Die Räume, die zwischen den Skulpturen und der Wand entstehen und der Umraum, den sie im Raum bestimmen, sind ebenso wesentliche Bestandteile wie die Spannung zwischen Gewicht, Material und Form der einzelnen Elemente. Jede Arbeit ist eine Summe – eine Einheit, die nur aus diesen einander notwendig bedingenden Elementen entstehen konnte. Ein Ganzes, weil der Künstler alles gegeben hat, „um in dem Moment eins zu sein mit sich selbst“, wie Wallach sich ausdrückt.

Tatsächlich haben seine Arbeiten eine starke meditative Qualität. „Some of the Whole“ heißt eine der 12 Skulpturen, die fast alle aus der ersten Jahreshälfte von 2000 stammen. Ein gipsbeschichteter Holzblock, eine gewinkelte Gipsplatte, und eine Holzplatte sind mit einer Drehung übereinander montiert. Und zwar so: Die gewinkelte Gipsplatte schließt rückwärtig mit einer Holzplatte ab und bildet so einen hohlen Tetraeder, der auf dem Diagonalschnitt des unteren Holzblocks ruht; die Kante der obersten flügelartigen Holzplatte, die frei in den Raum ragt, steht in einer Linie mit den äußersten Kanten der beiden unteren Elemente. Das Objekt lässt sich kaum erfassen; immer wieder beginnt…

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von Doris von Drathen

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