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Titel: 57. Biennale Venedig - Länderbeiträge Arsenale · von Sabine B. Vogel · S. 368 - 369
Titel: 57. Biennale Venedig - Länderbeiträge Arsenale , 2017

Peru

Juan Javier Salazar

Land of Tomorrow
Komissar: Armando Andrade de Lucio Kurator: Rodrigo Quijano. Ort: Arsenale

Der peruanische Pavillon ist rundherum mit einer Tapete voller Steinen ausgekleidet. Darauf hängt zentral ein Gemälde im Comicstil, das die Köpfe peruanischer Präsidenten aneinanderreiht, beginnend im Jahr 1821. Jeder sagt in einer Sprechblase „Mañana“, nur der letzte variiert zu „tomorrow“. „Land of Tomorrow“ ist auch der Titel des Pavillons mit Werken von Juan Javier Salazer (1955–2016). Salazer gilt als einer der bekanntesten und politisch engagiertesten Künstler Perus, im Nachruf auf seinen Tod Anfang November 2016 wird es als „Geschichtenerzähler, Freidenker und liebenswerter Träumer“ beschrieben. Seine Nominierung für die Biennale erfolgte posthum und ist als kleine Retrospektive angelegt, die Salazers breites Spektrum an Materialien und Themen zeigt. Gleich zu Beginn sind seine Keramik-Objekte in eine Vitrine gestellt, die von seinem Interesse an präkolumbianischer Kultur zeugen. Die Steine auf der Tapete tauchen in seinem Werk häufiger auf und gelten als anti-kolonialistische Symbole, seit Salazar mit einer ähnlichen Tapete das Denkmal von Francisco Pizarro in Lima bedeckte. Pizarro wurde 1541 in Lima ermordet, er hatte als Conquistador 1532 mit spanischen Soldaten die Inka besiegt, anschließend die alte Hauptstadt Cuzco erobert, geplündert und in Brand gesteckt. Eine ganz andere Referenz greift Salazar mit seiner Skulptur „The last hovel“ (2005) auf: Dieser „letzte Schuppen“ besteht aus vier Wänden auf Rollen. Es sei in Anlehnung an Lao Tses Idee entstanden, dass vier Wände schon ausreichen, um zum Verweilen einzuladen. Salazar dagegen ordnet die vier Wände auf dem rollenden…

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