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Ausstellungen: Recklinghausen · von Claudia Posca · S. 370 - 370
Ausstellungen: Recklinghausen , 1992

Claudia Posca
Peter Telljohann

Diskrete Zerstreuung

Kunsthalle Recklinghausen, 13.9. – 8.11.1992

Peter Telljohann (geboren 1955) gehört zu jenen Künstlern, deren bildnerische Formulierungen sich weder auf einen einzigen Stil noch auf Malerei oder Plastik reduzieren lassen. Vielmehr besetzen sie einen Bereich dazwischen, denn „wenn Skulptur dreidimensional und Malerei zweidimensional ist, so liegen meine Arbeiten auf der Skala zwischen zwei und drei, etwa bei 2,5 oder zwischen 2,1 und 2,9“ (Peter Telljohann). Zudem ist sein Werk durch den unkonventionellen Einsatz und Umgang mit Materialien und Medien geprägt, wobei das „Anything goes“ vorherrschend scheint. Neben Lichtkästen, Wandobjekten und Arbeiten auf Papier sind Kleinplastiken und die Installation Millers Manifestationen eines Kunstwollens, das grenzüberschreitend argumentiert: In pluralistischer Vielfalt werden Mittel und Wege entdeckt, die das Spiel mit dem Schönen variantenreich zu spielen wissen und dies auch bis zu einem gewissen Grad der Unverbindlichkeit tun. Vor allem die im Erdgeschoß der Kunsthalle Recklinghausen gezeigten Aquarelle und Zeichnungen gefallen im ästhetischen Sinne, provozieren jedoch nach längerer Einsicht die Empfindung eines Mangels, der ihren philosophischen Beweggrund betrifft. Ist dieser aber gar nicht thematisiert und geht es tatsächlich im Letzten um jenen Aspekt, den Ferdinand Ullrich in seinem Vorwort zum Katalog als die „Rückbindung des Räumlichen an die Fläche und die Ausweitung des Flächigen und Linearen in den Raum“ benennt, wobei „eine wohlkalkulierte Disproportion vorzuherrschen (scheint), ohne daß sich Regeln festmachen ließen“, wären die Werke gelungene Materialisationen eines ästhetischen Formalismus. Vom liberalen Denken der Moderne geprägt, umfaßt er neben der durch Komposition, Proportion und Ganzheitsvorstellung geprägten Tradition des Formalen jene Tradition des…


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