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Ausstellungen: Köln · von Reinhard Ermen · S. 371 - 372
Ausstellungen: Köln , 1992

Reinhard Ermen
Alan Uglow

Kölnischer Kunstverein, 20.9. – 1.11.1992

Alan Uglow? Einer, den bei uns wenige Spezialisten (in Köln sind es ein paar mehr) kennen, geboren 1941 in England und seit 1969 in New York ansässig, unterbrochen durch Arbeitsaufenthalte in Schweden, Holland, bzw. zwei längere Arbeitsphasen in Köln, zuletzt 1992. Der Kölnische Kunstverein zeigt in seinen offenen, klaren Räumen eine mutige, entsprechend schlecht besuchte Ausstellung; die erste größere Einzelaussstellung von Alan Uglow in Europa, keine Retrospektive, sondern Werk-gruppen.

Seine Arbeit huldigt der konkreten Kunst, ist auch damit beschäftigt, ein konstruktives Erbe auszutragen, und es fällt schwer, sie verbal zu umreißen. Selbst die Klassifizierung als „Malerei“ wird nur unter Vorbehalt vorgenommen. Jeder einzelne verbale Zugriff trifft nur einen Teilaspekt, schließt anderes aus. Am Ende ist man gar gezwungen, von Ausgewogenheit zu sprechen, Ausgewogenheit von Konkretion, Konstruktion und Abstraktion, miteinander abgewogen auf dem kleinstmöglichen (minimalistischen?) Nenner. Je nach Werkgruppe tritt einer der möglichen Aspekte unmerklich in den Vordergrund, als Focus für ein Höchstmaß an Konzentration. Die älteste Arbeit, das Diptychon SIGN, ist von 1985. Uglow scheint da (noch?) ganz Maler zu sein, der mit sensibler Strenge in vielschichtigem Malprozeß Weiß-in-Weiß-Felder auf die Leinwand legt. Zwei harte Rechtecke in Schwarz bzw. in Rot reißen die verschleierte Geometrie in Weiß auf. Der Betrachter muß sich den Bildbau sehend erwandern, zumal die beiden Teile sich gegenüberhängen und dem Raum durch das Parallelogramm ihrer Flächen einen eigenen Ort abtrotzen wollen. Denn die großen Tafeln sind an der Wand jeweils schräg angebracht und kommen erst im Gegenüber zum Ausgleich. Vielleicht…


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