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Titel: 57. Biennale Venedig - Länderbeiträge Stadtgebiet · von Susanne Boecker · S. 412 - 413
Titel: 57. Biennale Venedig - Länderbeiträge Stadtgebiet , 2017

Portugal

José Pedro Croft

Medida Incerta | Uncertain Mesure
Komissarin: Paula Varanda, Direzione Generale delle Arti Kurator: João Pinharanda. Ort: Villa Herriot (Zitelle), Giudecca

Natürlich ist es praktisch, dass sich inzwischen immer mehr Nationen in den Arsenale eingemietet haben. Für den typischen Biennale-Besucher, der in möglichst kurzer Zeit möglichst viel zeitgenössische Kunst sehen möchte, ist das eine tolle Sache. Doch die im Stadtgebiet verteilten Pavillons haben durchaus auch ihren Reiz. Nicht zuletzt weil man gezwungen ist, sich an Orte Venedigs zu begeben, die man wohl sonst nie besucht hätte – wie zum Beispiel die auf der Rückseite der Giudecca gelegene Villa Hériot.

In den Gartenanlagen des 1929 errichteten Gebäudekomplexes hat José Pedro Croft (geb. 1957) sechs Skulpturen aus Stahl und Glas aufgestellt. Sie bestehen aus rechteckigen, in Stahlrahmen gefassten farbigen Glasplatten, die von jeweils zwei schmalen Stahlträgern gehalten werden. Dabei sieht es so aus, als seien die Konstruktionen einmal gründlich durchgerüttelt worden: Die Stahlträger stehen schief im Boden, die großen Glasplatten (Abmessungen 8 × 3 Meter oder 6 × 1 Meter) zwischen ihnen wirken gefährlich verrutscht.

Mit seinen skulpturalen Kadrierungen lotet Croft die Beziehung zwischen gebauter und natürlicher Umgebung sowie der Kunst aus. Die blauen oder roten Scheiben sind wie Fenster, durch die man hindurchschauen kann. Wie Bilderrahmen schneiden sie Ausschnitte aus der Umgebung heraus und tauchen diese in rote oder blaue Farbe. Je nach Lichteinfall funktionieren die Scheiben aber auch als Spiegel und reflektieren die idyllische Szenerie aus Zypressen, historischer Villa, Himmel und der Lagune im Hintergrund. Wenn man um…

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