Ausstellungen: Wiesbaden , 1999

Reinhard Ermen

Robert Mangold

»Gemälde und Zeichnungen 1984 – 1997«

Museum Wiesbaden, 18.10.1998 – 21.2.1999

Kunstverein St. Gallen, Kunstmuseum, 12.6. – 22.8.1999

1990/91 verlieh die Stadt Wiesbaden ihren eben gestifteten Alexej von Jawlensky-Preis an Agnes Martin. Alle fünf Jahre soll diese Ehrung, die die Erinnerung an einen Künstler, der von 1921 bis 1941 in Wiesbaden wirkte, mit einer herausragenden Künstlerpersönlichkeit der modernen Malerei verknüpft, verliehen werden. 1996 wurde als zweiter Preisträger Robert Mangold (*1937 North Tonawanda NY) bestimmt, auf die damit verbundene Ausstellung mußte das geneigte Publikum indessen gute drei Jahre warten; doch das hat sich gelohnt, denn inzwischen hat das Museum Wiesbaden eine umfängliche Sanierung hinter sich. Robert Mangold bzw. seine Malerei sowie Zeichnungen der letzten 15 Jahre war in uneitel-ansprechenden Räumlichkeiten zu sehen. Getrennt davon und doch in unmittelbarer Nähe präsentiert man den wunderbaren Jawlensky-Bestand des Hauses sowie intelligent ausgewählte Sammlungsschwerpunkte.

Robert Mangolds Markenzeichen, besser: sein offen liegendes Geheimnis ist die schöne Übereinkunft seiner konkreten Bildgestalten mit der Linie, der Zeichnung, die zumeist als Kreisbewegung in Erscheinung tritt. In der Auseinandersetzung mit älteren Zeitgenossen, dem allgegenwärtigen Abstrakten Expressionismus, dessen Urvätern und deren (von Clement Greenberg angeleiteten) Adepten wurde hier Ende der 60er Jahre eine autonome Bildsprache entwickelt, innerhalb derer sich ihr Schöpfer (= Robert Mangold) wie ein Souverän bewegt. Der ‚Amerikaner‘ Mangold ist dementsprechend einer, der mit wachem Bewußtsein die eigene Entwicklung beobachtet und im Sinne eines step by step weiterführt. Das Ergebnis dieses konsequenten Weges ist, um es etwas salopp zu sagen, Malerei mit Köpfchen; doch das wäre allein zu wenig. Der gefühlvolle…

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von Reinhard Ermen

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