Serie: Atelierbesuche , 2018

Atelierbesuche
Eine Serie von Anneli Botz

Das Atelier ist dem Künstler Werkstatt, Wirkungsstätte und kreativer Raum der Entfaltung, aber auch Rückzugsort, Inspirationsquelle und Struktur. In dieser Ausgabe von KUNSTFORUM International gewähren zwei Berliner Künstler Einblick in ihren Ort des Schaffens: Andro Wekua und Claudia Comte.

Soziale Plastik in abstrakter Form

Im Atelier von Claudia Comte

Das entfernte Kreischen der Kettensäge empfängt heute den Besucher, der zu Claudia Comtes Atelier im Berliner Norden möchte. Seit einigen Jahren hat die Schweizerin, die ursprünglich aus der Nähe Lausannes stammt, hier ihr Studio. Hinein geht es durch eine niedrige Tür. Von innen sieht das Atelier aus wie ein kleines, spitzgiebeliges Haus, die Wände weiß, mit einer eingezogenen Empore – dort ist das Büro. Durch Fenster im Dach fällt Tageslicht in den hellen Raum. Im unteren Bereich liegen auf Tischen einzelne kleinere Skulpturen zum Polieren aus, ein Seestern aus hellem Holz, eine lange Muschel aus Bronze, ein Kaktus aus Marmor, ein übergroßer, glatter Donut aus Stein, ein Knochen aus Kirschholz – schon hier zeigt sich die Vielfalt der Formensprache der Künstlerin. Ursprünglich gehörten diese Räumlichkeiten einer Firma für Aufzüge, erklärt Claudia Comte, dann wurden sie zum Studio eines Künstlers, der großformatige Malereien für das Theater produzierte. Ob es schwer war, diesen Ort zu finden. „Nein, gar nicht. Das ging relativ schnell, in drei Tagen. Aber ich habe generell viel Glück im Leben, mit Ateliers, Mitarbeitern, das funktioniert irgendwie“. Seit nunmehr sieben Jahren lebt Comte, geb. 1983 in Grancy, in Berlin. Damals verliebte sie sich…


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