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Titel: 59. Biennale Venedig - Länderbeiträge Arsenale · von Sabine B. Vogel · S. 348 - 349
Titel: 59. Biennale Venedig - Länderbeiträge Arsenale ,

Südafrika

Roger Ballen, Lebohang Kganye, Phumulani Ntuli

INTO THE LIGHT

Kommissarin: Nosipho Nausca-Jean Ngcaba, Botschafterin der Republik Südafrika in Italien Kuratorin: Amé Bell Ort: Arsenale

Dicht gedrängt präsentiert der Südafrika Pavillon Werke von drei Künstler*innen, die von der Kuratorin Amé Bell im ausliegenden Faltblatt als „atmosphärische Erzählung über Isolation und Lockdown“ bezeichnet werden. Denn die Werke sprechen „die gesellschaftlichen Herausforderungen der Pandemie“ an. Im Pavillon herrsche eine „Macht der Intimität“, in der uns die Werke in mysteriöse Welten einladen, um das Wissen um die Anderen und uns selbst zu vertiefen. Um welches Wissen also handelt es sich? Vor allem um Selbstfindungen: Wir sehen futuristische Stop-motion-Filme von Phumulani Ntuli (1986) mit androiden Figuren, mit denen er „die Vergangenheit in der Linse der Gegenwart“ sucht. Dafür dient ihm die fiktionale Figur Patras Godide, „Sohn von Ngungunyane, dem letzten Herrscher des Gaza Imperiums, heute bekannt als Mozambique“ (Faltblatt). Nachdem die Portugiesen das Reich stürzten, wurde Godide ins Exil auf die Azoren Inseln geschickt. Dort startet der Film: Godide legt seine traditionelle afrikanische Kleidung ab und taucht ins Wasser, wir sehen aus Papier ausgeschnittene Wellen. So durchquert er das Meer, um zurück zur ehemaligen Heimat zu gelangen, landet in einer kargen Landschaf und versucht, die „Spannungen seiner Vergangenheit zu enträtseln“, indem er ein Archiv verborgener Artefakte und Bilder ausgräbt – ein vom Kolonialregime geprägtes Archiv.

Lebohang Kganye (1990) verfremdet Familien-Fotografien „to go back to black“, wie sie zitiert wird, zu den „magischen Folklore-Szenen der schwarzen Townships, um die Diskrepanz zwischen dieser weltlichen Realität und den…

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