Magazin , 2002

Theorieschleife

Der Umgang mit Medien und Zeichen scheint in der Kunst ein selbstverständliches Indiz für ihre Modernität zu sein. Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass sich Sinn unmittelbar zur Geltung bringen lässt, und jede Übermittlung bringt eigene strukturelle Bedingungen ins Spiel, die das einschränken, was jeweils artikulierbar ist. Visuelle Formen der Kommunikation sind davon nicht ausgenommen.

Man kann das bei der Verwendung von Medien in der Weise berücksichtigen, dass man Filter- und Verfremdungseffekte, blinde Flecken oder ähnliches einkalkuliert und ihnen durch andere Filter gegensteuert. Oder indem man die Vorstellung der Übermittlung einer Botschaft aufgibt und sich der Eigendynamik des Mediums überlässt – und so bis hin zum sinnfreien, leeren Ausdruck des Mediums selbst gelangen mag. Aber man kann auch darüber nachdenken, welche Verhältnisse hier vorliegen, und sich unter diesem Gesichtspunkt auf Theorie einlassen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man nun in die Lage käme, von einem äußeren und insofern erhabenen Standpunkt zu überblicken, wie etwa die Beziehung zwischen Medium und Information genau beschaffen wäre, und dann mit dem Wissen, wie ein Medium genau funktioniert wieder in die Praxis zurückgehen könnte. Denn auch die Theorie (und mit ihr die Wissenschaft) ist eine Art von Medium zur Beobachtung von … – und daher in die Problematik, die sie als Medientheorie untersucht, selbst involviert.

Dass sich daraus Paradoxien ergeben und wie man vorgehen kann, um nicht von ihnen lahmgelegt zu werden, das zu konzipieren unternimmt Oliver Jahraus (teilweise in Zusammenarbeit mit Benjamin Marius Schmidt) unter dem Titel „Theorieschleife“, und deutet damit schon an, dass es sich…

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von Michael Hauffen

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