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Ausstellungen: Dortmund · von Claudia Posca · S. 354 - 355
Ausstellungen: Dortmund , 1999

Claudia Posca
Ulrich Gehret

Museum am Ostwall, Dortmund, 5.12.1998 – 27.1.1999

Ulrich Gehrets Werk als ein vom Zufall, ja mehr noch vom Reisen geprägtes Tableau zwischen Fotografie, Malerei und objekthafter Spurensicherung ist mit Sicherheit wenig bekannt im Verzeichnis deutscher Kunstlandschaft. Das hat der 1944 im ostpreußischen Cranz geborene Gehret spätestens seit den 80er Jahren durchschlagend zu verhindern gewußt, als er des Kunstrummels müde, nach Lateinamerika aufbrach.

Vorangegangen waren ein fünfjähriges Studium der freien Malerei in Berlin und Hamburg, das erste Staatsexamen für Kunsterziehung, 1974 eine Reise nach Griechenland, an die sich drei Jahre später eine Tour durch Peru, Bolivien und Brasilien anschloß, sowie in größeren Abständen bis heute einige Einzel- und Gruppenausstellungen. Die aber erschienen dem vom Bann Lateinamerikas getroffenen Künstler lange nicht so faszinierend zu sein, wie die Amazonasregion, die er fortan zur bevorzugten Adresse deklarierte, wenngleich ohne festen Wohnsitz.

“Das Ganze”, so schrieb Gehret in einem Folder zu einer `97/98 bei “m Bochum Kunstvermittlung” gezeigten Ausstellung, “hat vor zwanzig Jahren angefangen, als ich einigermaßen sonnenentbrillt mein ganz spezielles Desinteresse an gängigem, wie hoffnungslos zerregeltem Kulturbehagen glatt und übergangslos beendete und in begnadeter Unkenntnis möglicher Risiken durch`s Amazonasgebiet frei eigener Schnauze schaukelte.”

Aber das war schon aus dem Rückblick heraus gesprochen, denn trotz Zurückhaltung vom Kunstbetrieb folgte dann doch kein Jahr später eine zweite Ausstellung, diesmal im Dortmunder Museum am Ostwall und noch dazu in viel größerem Umfang, was zwar zu einem übervollen Ausstellungspanorama verführte, gleichwohl aber als visuelle Entsprechung zum Ulrich Gehret eignenden Sammlertrieb verstanden werden konnte.

Die gesamte untere Ausstellungsebene des Ostwall hatte…


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