Ausstellungen: Berlin , 2004

INGO AREND

World Watchers

Demokratie. Information. Subjekte

Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V., Berlin,
13.12.2003 – 15.2.2004

War der 11. September 2001 eine Verschwörung? Geht es nach dem Publizisten Mathias Bröckers, ist die Sache klar. Für ihn ist der 11.9. nicht nur das Datum eines entsetzlichen Anschlages, sondern vor allem der Kristallisationspunkt „bizarrer Ungereimtheiten, fantastischer Widersprüche, verschwiegener Hintergründe und strategischer Geheimdienstoperationen.“ Insofern, konstatiert er in seinem im letzten Jahr erschienenen Band zu dem denkwürdigen Datum mit dem Titel „Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.“, darf jeder „als naiv belächelt werden, wer angesichts der globalen Netzwerke des Finanzkapitals und der Megakonzerne … nicht spätestens auf den zweiten Blick die Strukturen einer Verschwörung entdeckt.“ Um Bröckers Thesen ist eine heftiger Streit entbrannt. Sind sie wirklich war? Oder entspringen sie einer Paranoia?

Wer eine Antwort auf eine der meistdiskutierten Fragen des letzten Jahres sucht, konnte in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin nicht fündig werden. Die Ausstellung „World Watchers“ beschäftigte sich zwar mit Verschwörungstheorien und ihrer Behandlung in der Kunst. Aber sie hat es glücklicherweise vermieden, sich zu konkret auf bestimmte politische Theorien zu konzentrieren. Auf widersprüchliche Weise ist es ihr jedoch gelungen, Strukturen des verschwörungstheoretischen Denkens zu versinnbildlichen: die Verdichtung einer Idee zum Wahn, die Reduktion der Signifikanten, das Spiel mit dem und das Beschwören des Unsichtbaren.

Ein Thema wie das der Verschwörung kommt natürlich nicht ohne Devotionalien, obskure Requisiten und Fetische aus. In einer Vitrine kann man den (leider ziemlich nichts sagenden) Briefwechsel des amerikanischen Schriftstellers Darius James mit der „Queen“ der amerikanischen…

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