Magazin: Museen & Institutionen · von Christian Huther · S. 477
Magazin: Museen & Institutionen , 1997

Christian Huther

100 Millionen für die Kultur

Firma Hoechst gründete eine Stiftung

Die in Frankfurt am Main ansässige Chemiefirma Hoechst gründete Ende vergangenen Jahres eine Kulturstiftung, die mit einem Kapital von 100 Millionen DM ausgestattet wurde und künftig jährlich mindestens sieben Millionen DM ausschütten soll. Unter dem Namen „Hoechst Foundation. Die Stiftung der Hoechst AG“ will man auf nationaler wie internationaler Ebene die bildende Kunst, Architektur, Design, den Denkmalschutz, Musik, Literatur, Geschichte, Theater, geistes- und naturwissenschaftliche Projekte und Institutionen, aber auch den Sport und karitative Einrichtungen fördern. Damit verdoppelt Hoechst, verglichen mit dem derzeitigen Niveau, seine Kulturförderung. Das Unternehmen wendet allein für das Programm in der Frankfurter Jahrhunderthalle mit Konzerten (von der Klassik über den Pop bis zur Schnulze) und mit Ausstellungen (vorwiegend von Klassikern der Moderne) rund zehn Millionen DM jährlich auf.

Was sich anfangs wie eine reich sprudelnde Geldquelle für die Kultur anhörte, könnte indes angesichts der breiten Zielsetzung rasch in viele kleine Töpfchen fließen. Doch das wurde auch gemacht, um sich erst einmal alle Strategien offenzuhalten, denn jede Stiftung will sich naturgemäß von der anderen abheben. Dem Töpfchenprinzip Einhalt gebieten kann neben dem dreiköpfigen Vorstand auch das noch nicht offiziell bekannte, bis zu neun Mitgliedern zählende Kuratorium, das nach Hoechst-Angaben „multikulturell“ besetzt werden soll und für die Stiftung inhaltliche Schwerpunkte festlegen wird. Die internen, von Hoechst kommenden Mitglieder sind schon berufen; im Frühsommer, wenn das Kapital erste Früchte getragen hat und die Strategie klarer ist, sollen auch die externen Mitglieder benannt werden.

Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Dormann erläuterte, was das Chemieunternehmen zu einer…

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