Magazin: Symposien & Kongresse , 1997

Beate Eickhoff

Zum Bedeutungswandel der Kunstmuseen im Zeitalter der »digitalen Revolution«

Neue Medien im Museum: Die Erwartungen sind hoch. In historischen oder technischen Ausstellungen, wo größere Zusammenhänge erklärt werden müssen, sind sie längst im Einsatz. Welche Möglichkeiten aber bieten Programme, Touch Screen und Computeranimation in einem Kunstmuseum? Gerade die Kunsthistoriker stehen den positiven Seiten von Digitalisierung und virtuellen Realitäten skeptisch gegenüber. Neue Sehgewohnheiten und ein auf medialer Vermittlung basierendes Wirklichkeitsbewußtsein zwingen aber zur Auseinandersetzung mit dem Thema.

„Zum Bedeutungswandel der Kunstmuseen im Zeitalter der ‚digitalen Revolution'“ war der Titel eines Kolloquiums im Bonner Kunstmuseum vom 25. bis 27. November 1996, initiiert vom Fortbildungszentrum für Museen des Rheinischen Archiv- und Museumsamts in Zusammenarbeit mit Harald Krämer, Konsulent für Museumsinformatik und Neue Medien.

Bei der Definition neuer Aufgaben war man sich noch weitgehend einig: Das Museum kann zum Archiv temporärer und digitaler Kunstprojekte werden oder die Rolle eines Infoterminals übernehmen, in dem aktuelle, nicht örtlich gebundene Kunstprojekte zusammenlaufen. Schärfer formulierte Peter Weibel den Bedeutungswandel. Das Museum als „Festung der Metaphysik der Präsenz“ war für ihn genauso überholt wie die Idee des autonomen ästhetischen Objektes. Das neue Museum im Zeitalter der neuen Medien ist, wie Andreas Spiegl und Herwig Turk betonten, kein gebauter Ort, sondern ein ‚label‘, ein Diskussionsforum für die Wertung und Bewertung von Kunst.

Die neuen Medien verändern auch die Art der Kunstvermittlung. Zu nutzen sei die anarchische Struktur der Wissensvermittlung sowie die Möglichkeit der Neuverknüpfung von Informationen. Die lineare Wissensvermittlung und mit ihr das ‚Herrschaftswissen‘ gehe verloren. Statt dessen trage die nicht strukturierte Informationsübermittlung zu…

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von Beate Eickhoff

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