Ausstellungen: Düsseldorf , 2007

Annelie Pohlen

Andreas Schulze

Galerie Schmela, Düsseldorf 23.6. – 4.8.2007

Der Hunger nach Bildern treibt in den 80ern Andreas Schulze zeitgleich mit den „jungen Wilden“ in ein Rampenlicht, das alle Differenzierungen überblendet. Nun, da sich alles zu wiederholen scheint, trägt eine auf seine neuesten Arbeiten konzentrierte Ausstellung in der Galerie Schmela und die gleich nebenan in der Kunsthalle arrangierte Präsentation von vier singulären, in den 80er Jahren gestarteten Malerpositionen, darunter eben auch Andreas Schulze mit vornehmlich älteren Arbeiten, dazu bei, das radikal zeitgenössische Potential seiner Malerei aus mehr als 20 Jahren zu überprüfen.

Seit Beginn irritiert Schulze mit einer Bildwelt jenseits der Begriffe, auch solcher, die das Malen in der Welt der Emotionen und der vom Rationalen entkoppelten Sinne verankern. Seine Bildwelt entzieht sich noch im Moment der spontanen Kurzschlüsse mit Bekanntem, mit Innenräumen, Tieren, Mobiliar, um nur die konkretesten unter den ins gemalte oder – wie zuletzt bei SprüthMagers in Köln – räumlich inszenierte Bild geschickten Banalitäten zu nennen, in die Selbstbezüglichkeit artifizieller Konstruktionen, in denen auch die gezielten Verweise auf die Heroen der Minimalkunst zerrieben werden.

Der figurative ‚Stoff’ der bei Schmela vorgestellten Bilder katapultiert in eine Vorstellungswelt, deren Verknüpfung von Landschafts- und Vedutenmalerei man zu kennen vermeint. Vielleicht gewagt, gleichwohl aufschlussreich ist es, die seltsam zwischen romantischem Aufbruch und akademischer Nostalgie verrutsche Epoche in die Reflexion der verwegenen und in der aktuellen Kunst einzigartigen Malerei von Schulze einzubringen.

In ausladenden Flusslandschaften posieren Architekturversatzstücke, die an gotische oder doch mindestens neugotische Monumente erinnern, wohingegen sich vor einem massiv auftrumpfenden Bergmassiv ein seltsam konstruierter…

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von Annelie Pohlen

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