Ausstellungen: Bonn , 1982

Bauhaus-Archiv/ Museum

Wissenschaftszentrum, Bonn-Bad Godesberg, Oktober-November 1981

„Von der Malerei zum Design“ hätte auch der Untertitel der Ausstellung lauten können, mit der das Berliner Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung im Herbst 1981 im Wissenschaftszentrum in Bonn-Bad Godesberg zu Gast war. Denn mit diesem Motto ist durchaus treffend der historische Entwicklungsprozeß von der freien Kunst hin zur angewandten Gestaltung umschrieben, der für das Bauhaus summa summarum ebenso typisch war wie für die russische Kunst nach der Oktoberrevolution. Andererseits – und die Ausstellung, über die hier zu berichten ist, machte dies exemplarisch deutlich – ist nicht zu übersehen, daß die am Bauhaus lehrenden Meister wie Itten, Klee, Kandinsky, Schlemmer, Moholy-Nagy u.a. keineswegs Rodschenkos radikale Überzeugung teilten, daß die Malerei zu Ende und das Heil nur auf dem Gebiet des Design zu suchen sei. Es ist immer gemalt worden am Bauhaus, in den ersten Jahren „inoffiziell“, ab 1928 mit der Einrichtung „freier Malklassen“ durch Kandinsky und Klee sogar „offiziell“. Institutionen abgekoppelt von der unter der Direktion von Hannes Meyer energisch forcierten Produktivarbeit in den Bauhauswerkstätten frönten sie allerdings nur ein abgeschiedenes Elfenbeinturmdasein, und es ist evident, daß ihre Existenz der Bauhaus-Gründungsutopie von Gropius (Integration aller Kunstgattungen und Handwerkssparten unter dem Anspruch des Primates der Architektur) eindeutig zuwiderlief.

Hier ist nicht der Ort, derartigen Fragen ausführlich nachzugehen, auch nicht, die wechselvolle und z.T. widersprüchliche Geschichte des Bauhauses aufzurollen – von der expressionistisch-sozialromantisch geprägten Gründungsphase bis hin zur Entstehung dessen, was zuweilen mit kritischem Unterton als „Funktionalismus-Schmiede“ bezeichnet worden ist. Zu sprechen ist von einer Ausstellung, die nicht nur hervorragend…

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