Magazin: Museen & Institutionen , 2000

HELGA MEISTER

Befreiungsschlag mit Buttercreme

Ein Bericht über den Düsseldorfer Malkasten

Der Malkasten ist einer der ältesten Kulturträger Düsseldorfs – mit einer 152-jährigen Vergangenheit als Künstlerverein. Seine Gebäude liegen mit Theatersaal, Restaurant, so genanntem Jacobihaus und einem „Parkhaus“ in einem der schönsten Landschaftsparks Europas, inmitten der City. Der Goethe-Freund und Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi hatte den Garten angelegt.

Dieser Malkasten ist nicht nur Denkmal, sondern kulturpolitischer Freiraum. Hier wurde Ende der 90er Jahre versucht, Düsseldorfs Kulturpolitik zu ändern. Eine junge Garde forderte die Stadt heraus. „Wir haben Fragen!“ hieß es 1997. Man wollte sich nicht bieten lassen, dass der unter Schutz stehende Kunstpalast abgerissen, die Kunsthalle in fremde Hände gehen und das Kunstmuseum ausgehungert würden. Sie konnte den Kunstpalast nicht retten, er verschwand und entsteht gegenwärtig hinter alter Fassade neu, auf einem Drittel der Grundstücksfläche, der Rest ging an die Veba – in Public Private Partnership. Die Kunsthalle bleibt bestehen, wenn auch nur mit 1,5 Millionen Mark Unterstützungsgeldern. Lediglich mit ihrer Forderung nach einer internationalen Ausschreibung für die neue künstlerische Leitung kamen die Künstler durch.

Aber auch in den eigenen Reihen räumten sie auf. In einer Palastrevolution wurden der Ästhetikprofessor Bazon Brock aus Wuppertal mit seinen Malerfreunden Markus Lüpertz und Jörg Immendorff abgewählt. Sie warfen den Herren nicht nur Misswirtschaft, sondern „Zeremonialwissenschaft“ vor, wie Thomas Huber es nannte. Der neue Vorstand des Malkastens unter Robert Hartmann, Helmut Schweizer, Katharina Fritsch und Bogomir Ecker kümmert sich sehr gezielt um ein kulturelles Programm, für die Geschäfte gibt es den ehemaligen, kommunalen Planungsamtsleiter, der nach seiner Pensionierung aufblüht…

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von Helga Meister

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