Ausstellungen: Berlin · von Matthias Reichelt · S. 339
Ausstellungen: Berlin , 1999

Matthias Reichelt

Beth Moore-Love

endart, Berlin, 14.11. – 8.12.1998

Um die Künstlergruppe endart, die in den 80er Jahren ziemliche Erfolge feierte, ist es in den letzten Jahren etwas still geworden. Nach getrennten Wegen der Künstler soll in Zukunft wieder verstärkt kollektiv produziert werden. Frühe Beispiele der ungemein starken poetischen Kraft des Kollektivs können in Gestalt von vier wundervollen Objektkästen in der Sammlung Paul Maenz im Neuen Museum in Weimar bewundert werden.

Neben der Präsentation der eigenen Produktion hat die Künstlergruppe endart ja schon von Anfang an Wert darauf gelegt, geschätzte Werke anderer Künstler in den eigenen Räumen vorzustellen. Frühere Zweifel des „Bösenbubenclubs“ von der letzten Bank an einer möglichen Kongenialität von Frauen, ihrem Vermögen, schräge und bissige Kunst hervorbringen zu können, scheinen überwiegend ausgeräumt zu sein. Neben anderen monographischen Ausstellungen von Frauen wie z.B. Tanja Bergius, wurden bereits zum zweiten Mal im November 1998 die Gemälde der Beth Moore-Love gezeigt, deren Bilder geradezu ideal endart-kompatibel sind.

Die 1964 in Des Moins, Iowa, geborene aber in Alberquerque, New Mexico aufgewachsene Künstlerin verwendet starke regionale Bezüge in ihren Gemälden. Viele Bilder sind im tiefen Süden der USA angesiedelt oder zeigen die für den Südwesten der USA typisch weiten Wüsten- und Steppenlandschaften, unterbrochen von Canyons, Hügeln und spärlicher Vegetation, wie sie uns auf Bildern von Frederic Remington und Charles M. Russell oder gar noch auf manchen sentimentalen Wandgemälden der WPA-Periode begegnen, die den Geist und Mut der nach Westen vordringenden Trecks und Trapper rühmen. Die Gemälde knüpfen also bei der als Regionalismus bekannten Strömung an und konterkarieren sie…

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