Titel: 52. Biennale Venedig , 2007

Rumänien
Kurator: Mihai Pop / Mihnea Mircan

“Low-Budget Monuments”

In den Giardini steht seit kurzem ein Vogelhäuschen in Form eines Obelisken. Die Idee zu diesem originellen Tierheim stammt von Christian Pogacean. Vor dem Eingang des rumänischen Pavillons positioniert, weist es den Weg zu einer Schau, in der das Konzept Denkmal auf seine ästhetische und politische Relevanz im 21. Jahrhundert hin untersucht wird. In welcher Weise kann ein Denkmal als künstlerisches Element gestaltet werden, das nicht einem militärischen Sieg oder religiösen Opfern huldigt? Wie kann ein Denkmal ein kollektives Trauma auslösen und gleichzeitig helfen, die sozialen Wunden zu heilen? Als mögliche Antwort auf diese Fragen stopfte Victor Man die Zwischenräume des Schriftzugs „Romania“ an der Fassade des Pavillons mit Fellen aus und nimmt so den noch aus faschistischen Zeiten stammenden Lettern ihre Härte. Florian Tudor hat den Eingangsbereich mit einem kleinen Haus aus Zement verstellt, Mona Vatamanu lässt Staub aus Zementbeuteln rieseln. Nicht Heldentaten, sondern nationale Traumata ruft Christian Pogacean in einer anderen Arbeit auf: Ein geknüpfter Teppich erinnert an das Schicksal im Irak entführter rumänischer Journalisten. Beteiligt an dem Projekt haben sich auch die beiden Schweizer Christoph Büchel und Giovanni Carmine, deren Beitrag „CEAU (Bootleg)“ auf die politische Situation Rumäniens anspielt, das zwar inzwischen in der Europäischen Union angekommen ist, aber immer noch schwer am Erbe Ceaucescus zu tragen hat.

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von Susanne Boecker

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