Titel: Zeit · Existenz · Kunst · von Heinz-Norbert Jocks · S. 124
Titel: Zeit · Existenz · Kunst , 2000

ANDREAS KILB

Der Film und die skulpierte Zeit

EIN GESPRÄCH VON HEINZ-NORBERT JOCKS

Wenn es ein Medium gibt, das darauf abonniert ist, Zeit auf eigene Weise zu erzählen und sie anders als gewohnt ticken zu lassen, so ist es der Film. Was das Kino per Zeit- und Bewegungs-Bild vermag, darüber sprach in Hamburg Heinz-Norbert Jocks mit dem Filmkritiker Andreas Kilb. 1961 in Frankfurt am Main geboren, studierte er in Mainz und Frankfurt. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als freier Kino- und Fernsehkritiker. Von 1987 bis Ende 1999 war er Mitglied der Zeit-Redaktion in Hamburg. Ab 1. April 2000 wird er als Kulturredakteur in der Berliner Redaktion der FAZ arbeiten.

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Der zeitliche Rahmen des Films

Heinz-Norbert Jocks: Allgemein gefragt, in welchem Verhältnis stehen Film und Zeit?

Andreas Kilb: Es gibt keine Kunstform, die so sehr geprägt ist von dem Einfluss und dem Zwang der Zeit wie das Kino. Als eine Form der Distribution von filmischen Bildern würde ich das Fernsehen davon ausnehmen, weil es innerhalb des Programmschemas viele Möglichkeiten gibt, während ein Spielfilm doch eine in der Zeit festgeschriebene Form darstellt. Er kann 80, 90 oder vielleicht auch 160 Minuten dauern, aber darunter und darüber ist wenig Raum. Das heißt, seine Dauer ist zwischen eineinhalb und drei Stunden festgelegt. Heute hat man sich darauf eingelassen, im Kino auch mal einen Film von zweieinhalb Stunden Länge durchzusitzen. Aber es gibt eine gesellschaftliche Konvention und ein Wahrnehmungsparadigma, das diese Länge festschreibt. In diesem engen zeitlichen Rahmen muss der Film sich zurechtfinden. Natürlich ist…

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