Titel: Zeit · Existenz · Kunst · von Heinz-Norbert Jocks · S. 98
Titel: Zeit · Existenz · Kunst , 2000

Heinrich Theissing

Vom schnellen Galopp der Pferde, den es nicht gibt

oder die Zeit als Ordnungsmöglichkeit des Nacheinanders

Ein Gespräch von Heinz-Norbert Jocks

Heinrich Theissing, 1940 in Breslau geboren, studierte Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Germanistik in Köln und wurde dort nach seiner Promotion wissenschaftlicher Assistent am Kunsthistorischen Institut. Seit 1968 lehrt er an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, zunächst als Dozent, seit 1973 als Inhaber eines Lehrstuhl für Kunstgeschichte. Seine Veröffentlichungen betreffen die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. die Dürerzeit und – in Rundfunksendungen – die Kunstgeschichte Venedigs. In Die Zeit im Bild fragt er nach, was denn Zeit sei, ob die Malerei „der Zeit gänzlich entsagen“ muss, setzt er sich mit der historischen und der Betrachtungszeit, der Unsichtbarkeit der Zeit, der Veranschaulichung der Bildzeit sowie mit dem Zeitcharakter von Bewegungsmotiven u.a. auseinander. Mit ihm sprach Heinz-Norbert Jocks über die Zeitdarstellungen in der Kunst.

Im Bereich des Allegorischen

Heinz-Norbert Jocks: In Ihrem Buch Die Zeit im Bild behaupten Sie, mit den von der Philosophie entworfenen abonnementn ließe sich der Zeitsinn der Kunst nur ungenügend beschreiben. Warum befasst sich die Kunstgeschichte erst so spät mit dem Thema der Zeit?

Heinrich Theissing: Zunächst einmal, wir benötigen die Philosophie dazu, um eine Begrifflichkeit zu finden, mit der sich klären lässt, wie die Zeit in der Kunst sich manifestiert. Nun ist die Kunstgeschichte als Wissenschaft in hohem Masse von der Entwicklung der Geschichte der Kunst abhängig. Von der jeweiligen Gegenwartskunst her werden oft erst die Probleme und die Phänomene wahrgenommen, die in der Geschichte neu interessieren. Mit dem neuen Zeitbewusstsein im Schaffen…

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