Gespräche mit Künstlern · von Matthias Reichelt · S. 252
Gespräche mit Künstlern , 2003

DER „SCHERBENHAUFEN“ VON CHEMNITZ

EIN GESPRÄCH MIT TIMM ULRICHS UND BARBARA STRAKA VON MATTHIAS REICHELT

2001 schrieb die Stadt Chemnitz einen nicht anonymen, beschränkten Wettbewerb aus für die künstlerische Realisierung eines Brunnens auf dem Markt/Neumarkt unter Verwendung der vorhandenen Teile des historischen Saxoniabrunnens. Die Künstler Stephan Balkenhol, Büro für integrative Kunst, Tony Cragg, Katharina Karrenberg, Bjoern Noergaard, Christian Späte, Renata Stih & Frieder Schnock, Timm Ulrichs und Hael Yggs waren eingeladen Entwürfe einzureichen. Die Jury entschied sich in ihrer abschließenden Sitzung am 12. September 2002 für den Entwurf „(Saxonias) Großer Abwasch“ von Timm Ulrichs. Am 6.11.2002 votierte der Stadtrat mit Mehrheit gegen die Realisierung des prämierten Entwurfs.

Matthias Reichelt führte am 30.11.2002 mit Timm Ulrichs und der Juryvorsitzenden für den Chemnitzer Wettbewerb, Barbara Straka, Kunsthistorikerin in Berlin und Potsdam sowie „Vorsitzende des Beratungsausschusses Kunst“ bei der Senatskulturverwaltung Berlin, für das KUNSTFORUM International ein Gespräch über den „Scherbenhaufen“ in Chemnitz.

Matthias Reichelt: Armin Forbrig, Künstler und Mitglied der Jury, hat gegenüber der Presse gesagt, dass das Niveau der eingereichten Arbeiten höher gewesen sei als beim Wettbewerb für die Gestaltung eines Platzes im Bundespresseamt in Berlin. Wie ist die Qualität der eingereichten Entwürfe nach dem Urteil der Juryvorsitzenden?

Barbara Straka: Ich finde, dass sich die Jury bei der Benennung der Künstler große Mühe gegeben hat. Es wurden sowohl lokale Größen berücksichtigt, aber von Anfang an auch internationale Namen diskutiert. Zunächst hatten wir eine Liste von Künstlern zusammengetragen, die mehr als 25 Namen umfasste. Die wurde dann in den Diskussionen verändert. Ich finde auch, dass die Qualität…

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