Ausstellungen: Hamburg · von Rainer Unruh · S. 289
Ausstellungen: Hamburg , 2003

RAINER UNRUH

Manga – Die Welt der japanischen Comics

Deichtorhallen Hamburg, 8.11.2002 – 5.1.2003

In Japan sind sie allgegenwärtig. In keinem Land werden mehr Comics gezeichnet, gekauft und gelesen. Monat für Monat kommen rund 2000 verschiedene Ausgaben auf den Markt. Fast 40 Prozent aller japanischen Druckerzeugnisse sind so genannte Mangas, ein Begriff, der wörtlich übersetzt so viel wie „verzerrtes Bild“ bedeutet. Zwei Milliarden Exemplare konsumieren die Japaner im Jahr. Es gibt Mangas für Kinder, Mangas für junge Frauen und Mangas für Senioren. Manche der telefonbuchdicken Hefte enthalten Anleitungen für ein erfülltes Eheleben, andere erzählen Fantasy-Fabeln von fremden Welten und fernen Zeiten. Keine leichte Aufgabe also, aus dieser selbst für Spezialisten nicht mehr überschaubaren Fülle eine Auswahl zu treffen.

„Manga – Die Welt der japanischen Comics“ beschränkt sich auf 25 Zeichner. Ihre Arbeiten stammen aus den achtziger und neunziger Jahren und werden unter acht übergeordneten Themen präsentiert. Wer die Bilderwelten der Mangas bislang aus Trickfilmen wie „Golden Boy“ kannte, die hierzulande auf MTV, Vox und RTL 2 laufen, registriert verblüfft, dass in der Ausstellung Action und Gewalt eine eher untergeordnete Rolle spielen. So zeigt zum Beispiel der Zeichner Taniguchi Jiro (Jahrgang 1947) etwas so Unspektakuläres wie den Kauf einer Sonnenblende aus Schilfohr. Eines der Einzelbilder, aus denen sich der Comic zusammensetzt, fängt die flirrende Atmosphäre eines Sommertages in der schon fast abstrakten Darstellung von Lichtflecken ein, ein anderes Bild gibt mit großer Genauigkeit die Vegetation eines Waldstücks wieder. Die Poesie des Alltags, Alter und Tod, aber auch Reminiszenzen an Epochen der japanischen Geschichte sind ebenso…

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