Ausstellungen: Hamburg , 2003

JENS ASTHOFF

Thomas Scheibitz

„Venus – Hannibal ad portas“

Produzentengalerie, Hamburg, 23.11.2002 – 25.1.2003

Dass Thomas Scheibitz in seiner Dresdner Akademiezeit einmal mit spröden Sperrholzskulpturen begonnen und sich lange mit der Herstellung von Holzreliefs beschäftigt haben soll, ist heute angesichts seiner Malerei eine zuerst ganz befremdliche und dann auch wieder überraschend zwingende Vorstellung. Etwas daran leuchtet ein und bleibt zugleich frappierend: Scheibitz‘ eigentümliches Raffinement im malerischen Umgang mit Materialität und Farbigkeit lässt diesen ausgeprägten Hintergrund im Hölzern-Plastischen nicht ohne weiteres vermuten. Tatsächlich hat er sich erst recht spät, ab 1994, der Malerei zugewandt, und nach wie vor entstehen parallel zu Bildern auch plastische Arbeiten. An seiner Malerei jedoch entzündete sich die internationale Aufmerksamkeit, und auf ihr ruht sie bis heute. Mit seinen Bildern wurde er zum Shootingstar – zunächst vor allem in den USA und in Großbritannien, bald darauf aber auch hier zu Lande.

Auch in seiner aktuellen Einzelausstellung in der Hamburger Produzentengalerie, bei der er durchweg neue Arbeiten präsentiert, stellt Scheibitz plastische Werke neben Malerei und situiert beides in einem imaginären Setting, das der Titel mit „Venus – Hannibal ad portas“ umreißt. Ein Rahmen, der angesichts der Arbeiten eher hermetisch bleibt, und auch die Auskunft der Galerie, Scheibitz habe mit ,Venus‘ „einen sehr privaten Kontext“ einfließen lassen, während die ,Hannibal‘-Wendung (gleichlautend übrigens mit dem Titel einer der ausgestellten Skulpturen), „Assoziationen zur aktuellen globalen, politischen und gesellschaftlichen Lage“ erlaube, hilft nicht eben weiter. Eher ohnedies überzeugt in der Schau insbesondere Scheibitz Malerei mit ihrer typischen reliefartigen Räumlichkeit, ihrer zugleich klaren und doch seltsam undurchschaubar und…

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