Ausstellungen: München · von Thomas W. Kuhn · S. 379
Ausstellungen: München , 2011

Thomas W. Kuhn

Die neue Wirklichkeit

»Fotografie der Moderne aus der Stiftung Ann und Jürgen Wilde«

Pinakothek der Moderne, München, 26.3. – 26.6.2011

Nach Jahren der um Sorgfalt und Vertrauen bemühten Vorbereitungen bildet die Ausstellung „Die neue Wirklichkeit“ das erste öffentlich sichtbare Zeichen der dauerhaft angelegten Zusammenarbeit zwischen den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit der von Köln nach München übersiedelten Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Auch die beteiligten Kuratorinnen belegen diese Kooperation, Simone Förster als Kuratorin der Stiftung und Inka Graeve Ingelmann von der Pinakothek der Moderne. München kann mit dieser Stiftung eine Lücke schließen, die ein Stück weit auch historisch dadurch begründet ist, dass die Münchner Fotoszene in den 20er Jahren dem Pictorialismus verbunden blieb und den Schritt zum Neuen Sehen, wie andernorts, nicht mit nachvollzog. Entsprechend erfolgte die Auswahl der beiden Kuratorinnen mit neun in den 20er und 30er Jahren aktiven Fotografen und über 100 Vintage-Prints aus der Sammlung der Stiftung, in der sich durchaus auch zeitgenössische künstlerische Positionen befinden, beispielsweise in Form von Werken der Künstlerin Heidi Specker (*1962), die sich mit Leben und Werk von Germaine Krull (1897-1985) auseinandersetzte – deren Wiederentdeckung hatten Ann und Jürgen Wilde maßgeblich befördert. Grundlage dieser Entdeckung und derjenigen anderer Künstler war nicht zuletzt das gewissenhafte Studium von Walter Benjamins Aufsatz „Kleine Geschichte der Fotografie“ von 1931 durch Ann und Jürgen Wilde, die früh die kunsthistorische Relevanz dieser Schrift erkannten.

Für die Ausstellung gelang Simone Förster und Inka Graeve Ingelmann ein didaktisch überzeugendes Konzept. Statt einer Akkumulation solitärer Highlights, führten sie in den vier Räumen der Ausstellung zwei…

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