Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1992

Sigrid Feeser

Emil Schumacher

Malerei 1936 – 1991

Städtische Galerie im Städel, Frankfurt am Main, 24.9.1992 – 10.1.1993

Entdecken muß man ihn heute nicht mehr, den Maler Emil Schumacher. Auf der internationalen Kunstszene hat er sich längst einen der komfortablen vorderen Plätze gesichert, wird nicht nur hierzulande als der wohl bedeutendste Protagonist der deutschen informellen Malerei hoch gehandelt. Die aus Anlaß des achtzigsten Geburtstages von Klaus Gallwitz im Peichl-Anbau des Frankfurter Städels eingerichtete Werkübersicht von sechzig Gemälden aus den Jahren 1936 bis 1991 bestätigt ihn einmal mehr als souveränen Künstler, der das unendliche „Drama der Materie“ in machtvoll auftrumpfender Gestik sichtbar macht und gleichzeitig zur Ruhe bringt.

Die Auswahl, mehr anthologisch locker gefügter Essay als streng strukturierte, kunsthistorisch hieb- und stichfeste Retrospektive, beginnt mit einem noch ganz uncharakteristischen, Schrank, Stuhl, Mantel und Hut inventarisierenden „Intérieur“ des Vierundzwanzigjährigen in der Nachfolge der Neuen Sachlichkeit, überspringt die nächsten vierzehn Jahre, führt dann Schumachers aus biographisch naheliegenden Gründen verspäteten Weg in die Abstraktion in wenigen Stichproben vor. Zu Recht: Verglichen mit parallel arbeitenden Künstlern (Wols, Fautrier, Tàpies, Pollock, Burri) kann die frühe Produktion Schumachers nur bedingt standhalten. Mit dem Ende der fünfziger Jahre ist die experimentelle Phase vorbei, das erste Etappenziel erreicht. Schumacher hat sein Bildthema gefunden, sich als kraftvoller Metapysiker einer malerisch reichen Materialkunst fest etabliert.

Die zunehmend energischer aus ihrer tachistisch-nervösen Kleinteiligkeit befreite Bildfläche wird zum Aktionsfeld, das alles an sich reißt: „Ich gehe das Bild unmittelbar an“, so Schumacher 1957 in einem seiner wenigen, aber präzisen Statements, „dabei kommt es zu einer Begegnung des Materials mit…

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von Sigrid Feeser

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