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Gespräche mit Kunstvermittlern · S. 404 - 407
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1990

Es war eine Verödung in der Kunst…

Heinz-Norbert Jocks sprach mit Werner Schmalenbach, Düsseldorf

Werner Schmalenbach, 1920 in Göttingen geboren, bisheriger oberster Kunst-Aquisiteur des Landes NRW mit Schweizer Paß, besuchte als 17jähriger die Basler Universität, wo er von der „grauenhaft-kleinkarierten“ Archäologie zur Kunstgeschichte wechselte, zudem kurze Zeit Gefallen an der Germanistik fand. Sein erstes Büchlein widmete er der griechischen Vasenmalerei. Als passionierter Filmologie machte er sich einen Namen, bis er, für elf Jahre als Konservator an das Gewerbenmuseum in Basel berufen, Ausstellungen über alles Periphere, nur nicht über Kunst, organisierte. Von der Afrikanischen Kunst in Begeisterung versetzt, verschrieb er sich der Skulptur Schwarzafrikas und Ozeaniens, über die er seine Dissertation anfertigte. 1955 zum Direktor der berühmten Kestner-Gesellschaft Hannover avanciert, stieg er auf zum Biennale-Kommissar in Sao Paolo, zum Jury-Mitglied bei den Biennalen in Paris, Ljubljana, Tokio. Auch die Documenta in Kassel ließ er nicht aus. 1962 holt ihn der Landesvater nach Düsseldorf, wo er sich mit Herz und Verstand für den Aufbau der Kunstsammlung engagierte.

*

H.-N.J.: Glauben Sie an die Möglichkeit, daß jemand, wie der Künstler, seiner Zeit voraus sein kann?

W.Sch.: Ich halte überhaupt nichts von diesem Gedanken, daß irgendein Mensch seiner Zeit voraus ist. Allerdings glaube ich, daß Menschen in ihrer Zeit zurücksein können. Und das sind die meisten, und dann sind einige in ihrer Zeit und nicht hinter ihrer Zeit zurück. Das klingt wie ein Sophismus. Ich halte sehr viel von der Generationszugehörigkeit jedes Menschen, denn jeder Mensch ist geprägt durch seine Generation. Da dies für mich eine Grundüberzeugung ist, glaube…

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