Ausstellungen: Amsterdam · von Renate Puvogel · S. 402
Ausstellungen: Amsterdam , 1999

Renate Puvogel

Fareed Armaly

»From/To«

Witte de With, Rotterdam; 28.1. – 21.3.1999

Der Stein ist das kleinste sicht- und faßbare Element des Erdbodens; der Bau eines Hauses beginnt mit der Grundsteinlegung; mit dem Grab-Stein wird das Ende eines Lebens besiegelt; der Stein kann aber auch der Verteidigung dienen und zum Wurfgeschoß werden. Die Metapher Stein ist für Fareed Armaly Ausgangspunkt seiner Ausstellung über Geschichte, Leben und Identität der Palästinenser, jenes Volkes, das bekanntlich ohne eigenes Territorium in der Diaspora lebt, und eines Staates, der 1948 aufgehört hat zu existieren. Fareed Armaly kennt sich aus, denn seit Jahren beschäftigt sich der in Amerika als Sohn palästinensisch-libanesischer Eltern geborene Künstler/Kuratorer mit Themen geschichtsbedingter Identitätsfindung. In diesem Falle geht er auch ein wenig den Spuren seiner eigenen Geschichte nach. Hoffnung auf ein Zuhause in souveränem Staat als Ergebnis des mutigen Kampfes der Intifada – so in etwa ließen sich die eingangs assoziierten Bedeutungen des Steines auf das Schicksal des palästinensischen Volkes projizieren, das hier in vielen Facetten ausgebreitet wird.

Nicht zuletzt, um das Schicksal dieses zerrissenen Volkes zu veranschaulichen, das sein Dasein mit dem Umherziehen von Camp zu Camp bestreitet, hat Armaly den Stein auch zum Grundmuster seiner Ausstellungsdramaturgie und -architektur gemacht. Ausgangspunkt war die Digitalisierung der Oberfläche eines Steins und das Übertragen der so gewonnenen Struktur auf den Hallenboden mit dem Ziel eines begehbaren Wegenetzes. Von Kreuzungspunkten aus laufen auf den Fußboden aufgebrachte weiße Streifen strahlenförmig auseinander bis zu den Wänden, wo sie als erdfarbene Bahnen zum nächsten Stockwerk hochgeleitet werden, um den gesamten Raumkörper zusammenzubinden. Nach…

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