Titel: Fiktion der Kunst der Fiktion · von Thomas Wulffen · S. 38
Titel: Fiktion der Kunst der Fiktion , 2010

Thomas Wulffen

Fiktion der Kunst?
Kunst der Fiktion?

„Der Verdacht, dass alles relativ war. Dass das ‚reale’ und ‚authentische’ nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern von vornherein fiktiv sein könnten. Das sein Gefühl, im Recht zu sein, einzig für das Reale einzutreten, eben nur ein Gefühl war.“

Jonathan Franzen: Die Korrekturen

Der Titel führt eine Unterscheidung ein, die offenbar nur auf einer Umstellung zweier Begriffe beruht. Diese Umstellung ist ein Differenzmoment, dessen Bedeutung und Umfang erst dargestellt werden muss. Wo lassen sich die Trennungslinien ziehen und wo gibt es Überschneidungen? Die Überschneidungen lassen sich auf den ersten Blick in den zwei aufgeführten Begriffen ‚Kunst’ und ‚Fiktion’ finden. Sie müssten das Gleiche bedeuten oder auf das Selbe referieren. Aber der Titel gibt zwischen diesen Begriffen eine Abhängigkeit vor, die nicht übersehen werden kann: Die Fiktion der Kunst ist etwas anderes als die Kunst der Fiktion. Und dennoch werden diese Differenzen im eigentlichen Titel dieser Veröffentlichung ausgehoben: Fiktion der Kunst der Fiktion. Je nach Lesweise ergibt sich ein anderer Inhalt und eine anderer Zugehensweise:

Fiktion der Kunst/

Kunst der Fiktion/

Fiktion der Kunst der Fiktion

Im Mittelpunkt steht die Kunst. Aber schon die doppelte Aufführung des Begriffs ‘Fiktion’ lässt einen an der zentralen Funktion der Kunst ein wenig zweifeln. Handelt es sich dabei um ein generelles Phänomen, in der die Kunst sich nur behaupten kann als Fiktion ihrer selbst? Denn ‘Kunst der Fiktion’ wird wiederum zu einer Fiktion. Aber das ist bloße Leseweise mögen die Apologeten der Kunst jetzt dagegen halten und man mag ihnen sogar Recht geben. Denn…

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