Ausstellungen: Köln · S. 271
Ausstellungen: Köln , 1988

Friedemann Malsch

Giulio Paolini

„Giorno e Notte“
Kölnischer Kunstverein, 22.1 .-21.2.1988

„Del bello intelligibile – Von der geistigen Schönheit“ hieß die Installation, die Paolini 1982 als Gast des DAAD-Programms in Berlin erarbeitete. Eine umfangreiche Einzelarbeit, die auch ein ganzes Museum füllen konnte, wie seinerzeit die Kunsthalle Bielefeld. Der programmatische Titel der Arbeit fokussiert einzigartig die Arbeitsweise, der sich der in Turin lebende Künstler verschrieben hat eine besondere Form diskursiver Gestaltung, die nach den eigenen, den immanenten Gesetzen erfolgt. Die Lesbarkeit auch komplexer Arbeiten ergibt sich aus diesen selbst; ergänzende, komplementäre Kommentare erübrigen sich, wenn der Betrachter nur genau auf das schaut, was sich ihm an Material und Form darbietet.

Diese besondere Autonomie künstlerischer Formulierungen kommt erst dann voll zur Wirkung, wenn sie sich auch in entsprechenden räumlichen Gegebenheiten entwickeln können. In dieser Hinsicht ist es kein Zufall, daß sich der Kölnische Kunstverein und sein Leiter Wulf Herzogenrath zum Auftakt einer neuen Ausstellungsreihe Giulio Paolinis versichert haben. Wie kaum ein zweiter kann dieser die produktive Ambivalenz des Raumes für bildkünstlerische Formulierungen verdeutlichen, die Ambivalenz der extremen Strukturlosigkeit der Leere umbauten Raumes einerseits, der die unbezwingbare Faktizität der baulichen Struktur andererseits korrespondiert. Diese Ambivalenz zwischen dem Sichtbaren und dem nur anderweitig „Spürbaren“ für eine umfassende ästhetische Manifestation nutzbar zu machen -sie macht den Reiz von Installationen aus, und es liegt in der Absicht der Veranstalter, mit der Reihe von Einzelinstallationen verschiedenen Künstlern in lockerer Folge Gelegenheit zur Realisierung des „Besonderen“ zu geben, das sich nur im einmaligen Schnittpunkt formalästhetischer und kontextueller Koordinaten ereignen kann.

Paolini versuchte…

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