Titel: Digital. Virtuell. Posthuman? – Gespräche mit Künstlern · von Magdalena Kröner · S. 132
Titel: Digital. Virtuell. Posthuman? – Gespräche mit Künstlern ,

Goshka Macuga

Der Maschine lauschen, die vom Wissen der Menschheit nach dem Ende der Menschheit erzählt

Die in Polen geborene Künstlerin Goshka Macuga dokumentiert und reflektiert in ihren Arbeiten den Fundus des gesammelten Weltwissens, welches sie in Archiven, im Web und Museen findet und legt in komplexen, multimedialen Installationen mögliche Spuren des Erinnerns. Dabei arbeitet sie unter anderem mit Architektur, Skulptur, Sound und Text. Im Zentrum ihrer im Jahr 2016 für die Fondazione Prada konzipierten Arbeit „The Son of Man who Ate the Scroll“ steht ein humanoider Roboter, der aus Reden und Manifesten berühmter Wissenschaftler, Philosophen und Künstler rezitiert, und dessen Lebensechtheit Arbeit und Künstlerin große Aufmerksamkeit zuteil werden ließen.

Magdalena Kröner: Der humanoide Roboter im Zentrum Deiner komplexen Installation „The Son of Man who Ate the Scroll“, die Du 2016 für die Fondazione Prada realisiert hast, ist eigentlich nicht unbedingt typisch für Deine Arbeit. Ich würde gern mehr darüber wissen, wie er entstanden ist. Du forschst in Deinem Werk über die Genese und die Strukturen des Weltwissens, und fragst in „The Son of Man …“ danach, was nach dem Kollaps der Menschheit folgt, wie also der Beginn einer transhumanen Welt aussehen könnte, und welche Art von Wissen dann noch relevant wäre. Was motivierte die Entscheidung, einen Roboter zu konzipieren und einzusetzen?

Goshka Macuga: Für dieses Projekt begann ich mit einer vagen Vorstellung vom Beginn und Ende von etwas. Zu diesem Zeitpunkt interessierte mich bereits der Zusammenhang von menschlicher Erinnerung und Rhetorik, und es schien mir an irgendeinem Punkt meiner Recherche…

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