Ausstellungen: Köln · von Renate Roos · S. 364
Ausstellungen: Köln , 1999

Renate Roos

Grazia Toderi

Projektraum des Museum Ludwig, Köln, 14.3 – 18.4.1999

Im grenzenlosen Dunkel eines schwerelosen Raumes glitzert ein faszinierend fremdartiges Objekt . Langsam und anmutig dreht es sich um seine eigene Achse. Umgeben von einer Lichtaureole pulsieren in seinem Innern unentwegt Strahlenbündel. Für einen Sekundenbruchteil verschmelzen sie zu einem Stern, bevor sie wieder zu nervös flackerndem Licht zerfallen. Ein vielkehliges Raunen begleitet das seltsame Schauspiel, braust auf zu lautem Geschrei, um im nächsten Moment wieder zu verebben, irgendwo in der Weite des Raumes.

Fremd, sinnlich und voller Poesie präsentiert die italienische Künstlerin Grazia Toderi im Projektraum des Museum Ludwig eine großformatige Videoinstallation zum Thema Unendlichkeit. „Il Decollo“ (Der Abflug) zeigt die Helikopteraufnahme eines Fußballstadions während eines Spiels . Durch Computermanipulation farbig intensiviert, erscheinen Details vage vertraut und gleichzeitig fremd. Erhaben dreht sich das Motiv um sich selbst, in einer scheinbar endlosen Schleife.

Nicht nur technisch (Breit-leinwand und Stereo Mehrkanal-Tonspur), erinnert die Arbeit an Stanley Kubrick’s Epos „2001 – Odyssee im Weltall“; auch Stanley Kubrick’s Vision, das menschliche Schicksal liege in der unendlichen Wiederkehr von Leben und Tod, Anfang und Ende, schwingt mit in den Arbeiten Grazia Toderis.

Selbst nach Jahrhunderten mathematischer und philosophischer Analysen existiert bis Heute noch keine definitive Definition der Unendlichkeit.

„Das Unendliche existiert so lange wie sein Gegenteil bewiesen ist“, entdeckt Grazia Toderi bereits 1996, während ihrer Arbeit zu „Prove per la luna“ (Tests für den Mond“).

In einer fremden Unterwasserwelt schweben zwei nur verschwommen nehmbare Raumfahrtobjekte, ein Mondfahrzeug und eine Raumkapsel. In unterschiedlichen Intervallen schweben sanft von oben Rauchpartikel herab und verflüchtigen…

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