Gespräche mit Künstlern · von Gislind Nabakowski · S. 247
Gespräche mit Künstlern , 1987

„Im menschlichen Computer enthalten…“

Leon Polk Smith im Gespräch mit Gislind Nabakowski

GISLIND NABAKOWSKI: Leon Polk Smith, du wurdest 1906 im späteren Bundesstaat Oklahoma in den USA geboren. Du bist auf einer Farm aufgewachsen. Im Vergleich zu deiner Herkunft oder Kindheit mag deine abstrakte Kunst eventuell erstaunen. Viele Leute glauben, abstrakte Künstler seien durch logische Systeme beeinflußt. Ist das auch wahr für dich?

LEON POLK SMITH: Ich bin auf einer Farm geboren, auf der auch ein wenig Viehzucht betrieben wurde. Das Territorium, auf dem sie lag, wurde dann später der Bundesstaat Oklahoma. Wir hatten Kälbchen, Pferde, manchmal mehr Kälbchen als Pferde, manchmal umgekehrt, natürlich auch Schweine, alle Arten von Küken, Hühnern, Truthähnen und so weiter. Ich wurde aber auch auf den Ebenen von Oklahoma geboren zu einer Zeit, als sie noch ein Indianer-Territorium waren, um mich da genau zu korrigieren. Es ist ein sehr flaches Land. Wenn man inmitten dieser Ebenen steht und zum Horizont blickt, so hat man den Eindruck, daß man etwa 400 Kilometer weit sehen könnte. Man sieht dann nämlich um sich einen ganz riesigen Kreis, fast keine Bäume, so gut wie keine Büsche, sehr hohes Gras überall, fast so hoch wie hier der Weizen. Man hat so auch das Gefühl, mitten in einem Kreis von 360° zu stehen, mit dem allergrößten Gewölbe über sich, das man sich vorstellt, dem Himmel. Ach, ist das hier ein schöner Hund …!

(Eine Frau mit einem Hund geht vorbei. Ort: Ein Feld in Friedberg, Hessen.)

Hallo! Ist das ein schönes Tier! … Ist der Tag…

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