Titel: 48. Biennale Von Venedig , 1999

LA BIENNALE – GIARDINI

Island

SIGURDUR ARNI SIGURDSSON

KOMMISSAR: OLAFUR KVARAN

PAVILLON: ALVAR AALTO

In der neueren isländischen Kunst spielen zwei Momente eine herausragende Rolle: der Bezug zur Landschaft und eine Tendenz zu radikal konzeptuellen Lösungen, wie sie sich in der SUM-Gruppe1, einem nordischen Außenposten der Fluxus-Bewegung, manifestierte und die heute etwa in den Arbeiten eines Kristjan Gudmundsson oder Olafur Eliasson zu erkennen ist. Beide Momente führt Sigurdur Arni Sigurdsson, Jahrgang 1963 und ehemals Stipendiat der Akademie Schloß Solitude (1993), in seinen Ölbildern zusammen. Sigurdsson malt steril-stilisierte Gärten, die aussehen, als seien sie vor dem Computerbildschirm entstanden statt in freier Natur. Als natürlich erscheinen in den Bildern dagegen jene Partien, in denen der Künstler die Leinwand unbehandelt läßt. So hält Sigurdsson die Waage zwischen der virtuellen Realität des Bildes und der realen Faktizität des Bildgrundes, während er in den dargestellten Objekten die zivilisatorische Anverwandlung von Naturformen und deren Folgen für die Wahrnehmung der Natur thematisiert: Bäume werden zu Pinnstiften und die Landschaft zeigt sich nur noch als Reißbrett.

Anmerkung:
1.) Eine ausführliche historische Würdigung der SUM-Gruppe gibt der Katalog SUM 1965-1972. Listasafn Reykjavikur Kjarvalstadur, Reykjavik 1989.

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von Michael Hübl

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