Gespräche mit Kunstvermittlern · von Heinz-Norbert Jocks · S. 430
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1998

»Keine Ahnung, ob die Kunst die Parteilichkeit des Schreibenden braucht«

HEINZ-NORBERT JOCKS IM GESPRÄCH MIT PETER IDEN

Peter Iden, geboren 1938 in Meseritz/Brandenburg, Theater- und Kunstkritiker, ist Ressortleiter des Feuilletons der Frankfurter Rundschau und außerdem Professor an der Frankfurter Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Darüber hinaus war er als Gründungsdirektor des Frankfurter Museums für Moderne Kunst tätig. Er veröffentlichte u.a. Edward Bond. Monographie (1973), Theater als Widerspruch (1984), Gesellschaft – was ist das? (1985), Meine liebste Rolle. Schauspieler über sich selbst (Hrsg. und Einführung, 1993), Warum wir das Theater brauchen (Hrsg. und Einführung, 1995). Mit ihm sprach Heinz-Norbert Jocks in Frankfurt über sein Verhältnis zur Kunst und zum Schreiben.

*

H.-N. J.: Wie kamen Sie dazu, über Kunst zu schreiben?

P. I.: Ich war mit anderen meiner Generation in der glücklichen Lage, zu einer Zeit, nämlich Ende der 50er, Mitte der 60er, mit einer Szene konfrontiert zu sein, in der sich Neues auftat, von dem an Universitäten keine Rede war. Die abstrakte Kunst, wozu auch ZERO sowie das deutsche Informel gehörten, hat mich als Student persönlich so berührt wie fasziniert, und ich wollte, wogegen es in der Gesellschaft große Widerstände gab, versuchen, sie mit durchzusetzen. Insgesamt eine Glücksstunde, zumal da sich mir früh, nämlich mit Zwanzig, die Gelegenheit bot, mich dazu in der Zeitung zu äußern, für die ich noch heute arbeite. Die Avantgarde als Autor zu begleiten, um deren Durchsetzung zu betreiben, war weder eine journalistische noch eine neutrale, sondern eine unbedingt parteiische Absicht. Ich wollte diesen Phänomenen eine stärkere Geltung verschaffen, als…

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