Gespräche mit Kunstvermittlern · von Marius Babias · S. 439
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1998

Ute Meta Bauer:

»Ich bin nicht mehr bereit, meine Energie in Scheingefechte zu investieren«

Marius Babias sprach mit der Leiterin des Instituts für Gegenwartskunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien

Ute Meta Bauer (40) studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und war dort Mitbegründerin der Künstlergruppe Stille Helden e.V. Von 1990-94 leitete sie das Künstlerhaus Stuttgart und gab dort die Zeitschrift Meta heraus, die Kunst in den diskursiven Zusammenhang von Politik, Kulturproduktion und Feminismus stellte. In Kooperation mit Fareed Armaly kuratierte sie 1996 die „?“-Sektion innerhalb der „NowHere“-Ausstellung im Louisiana Museum, die den Produktionsbegriff zeitgenössischer Kunst weit ins kulturelle Feld ausdehnte und auf künstlerische Beiträge weitgehend verzichtete. Insbesondere die deutsche Kunstkritik reagierte verständnislos und polemisch. Seit 1996 leitet sie als Gastprofessorin das Institut für Gegenwartskunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Bei Presseveröffentlichungen empfindlich geworden, ist dies Bauers erstes Interview seit Jahren.

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M.B.: Dein Vertrag als Gastprofessorin und Leiterin des Instituts für Gegenwartskunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien ist gerade um eineinhalb Jahre verlängert worden. Kam das überraschend, nach den Auseinandersetzungen im Vorfeld deiner Berufung?

U.M.B.: Ich leite mittlerweile über zwei Jahre das Institut für Gegenwartskunst. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten sind Resonanz und Kooperation innerhalb der Akademie mittlerweile gut. Die Vertragsverlängerung, die im übrigen von einem Akademiegesamtkollegium von meist so um die 40 Personen abgestimmt werden muß, kam für mich doch einigermaßen überraschend, da man in einer solchen Struktur – sei es die Akademie oder eine Universität – GegnerInnen und BefürworterInnen hat, die häufig nur vage…

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