Magazin: Publikationen · von Cornelia Gockel · S. 489
Magazin: Publikationen , 1997

Kunst in der Postmoderne: Dan Graham

Das Verhältnis vom Kunstwerk zum Text hat sich seit den 60er Jahren grundlegend geändert. Texte dienen nicht mehr allein dazu, das Kunstwerk durch eine literarische Interpretation zu deuten und es als solches zu legitimieren. In der neueren Zeit bedarf das künstlerische Selbstverständnis nicht mehr der kunsthistorischen Legitimation, denn die Auseinandersetzung mit Kunstkritik und -theorie wird als Teil des Werks bereits in den Produktionsprozeß mit einbezogen. Exemplarisch für dieses Verhältnis steht das Werk des New Yorker Künstlers Dan Graham, der schon als Galerist, Kunsttheoretiker, Fotograf und Musikjournalist tätig war.

Rainer Metzger hat in seiner Dissertation, die als erster Band in der neuen kunstwissenschaftlichen Reihe des Verlags der Buchhandlung Walther König erschienen ist, das komplexe Beziehungsgeflecht vom Kunstwerk zum Text bei Dan Graham untersucht. Dabei wird die künstlerische Intention als zentrale Kategorie zum Ausgangspunkt für eine postmoderne Entwicklung, aus der das Werk Dan Grahams exemplarisch hervortritt. Die betont wissenschaftliche Sprache der überarbeiteten Dissertation und die spröde akademische Aufmachung des Buches hemmen das Lesevergnügen und lassen das interessante Thema sogar streckenweise zu einer trockenen Pflichtlektüre werden.

Rainer Metzger beschäftigt sich mit den Voraussetzungen einer Kunst in der Postmoderne und grenzt sie radikal von der künstlerischen Moderne ab. Dabei sollen auch die Dimensionen ausgelotet werden, welche die künstlerische Intention auszeichnen. Dem postmodernen Schema folgend, wird das Werk Grahams in Dekaden eingeteilt und jeweils mit einer Arbeit exemplarisch erörtert. So diskutiert er im zweiten Kapitel an Grahams „Homes for America“ von 1966 die Frage nach der Abwesenheit von Autorenschaft, um sie weiterführend…

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