Ausstellungen: Köln , 2007

Jürgen Raap

Michael Toenges

Margarete Roeder Gallery New York in Köln, 26.1. – 10.3. 2007

Michael Toenges beschäftigt sich mit den stofflichen Eigenschaften der Farbe: Er türmt die Paste in dicken qualligen Placken auf der Leinwand auf; er schichtet sie wie ein Konditor die Buttercrememasse, bis nach einer sehr langen Trocknungsphase der erhärtete Farbteig plastisch-reliefhaft aus dem Bildgrund heraustritt. Gemeinhin ist Farbe ein visuelles Element, doch hier treten haptische und kulinarisch anmutende Aspekte in den Vordergrund – vor allem da, wo Toenges gelbliche Pastelltöne einsetzt, wirkt die Farbmasse sahnig, als ob er mit Quarkspeise oder Dessert-Mousse arbeiten würde.

Mit dieser Malmethode inszeniert Michael Toenges die „Farbe als Bildereignis“. Früher ging es ihm immer um ein „absolutes Rot“ oder ein „absolutes Gelb“. Die Farbe stellt für ihn generell nichts dar, sie koloriert nichts, sie symbolisiert nichts, sondern sie steht einfach nur für sich selbst. Darin, und nur darin, liegt ihre Bedeutung.

In den neuen Werken relativiert und variiert Toenges die Farbmasse in den pastos übereinander liegenden Ebenen. Von Schicht zu Schicht ändert sich die Malweise. Mal ist die Pinselführung ruhiger, mal nervöser. fleckenhafte Kleinteiligkeit wechselt mit großen, leuchtenden Flächen. Das Überdecken und das Sichtbarmachen unterliegen während des Malens einem ständigen Prozess der Veränderung. Diese Prozesshaftigkeit begreift Toenges als „Bildereignis“.

Er empfindet eine große Skepsis gegenüber der kunstgeschichtlichen Tradition, Bilder ausschließlich nach ihrer inhaltlichen Bedeutung zu beurteilen und gattungsmäßig in Porträts, Stillleben oder Landschaftsmalerei zu unterteilen. Stattdessen ließe sich der künstlerische Charakter eines Bildes durchaus nur anhand seiner Farbigkeit beschreiben.

Hat Farbe also a priori eine Bedeutung? Farbsymbolik drückt…

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