Ausstellungen: Berlin , 2007

Claudia Wahjudi

Pavel Braila: Barons` Hill

Neue Nationalgalerie, Berlin, 26.1. – 25.2. 2007

Mancher Besucher, der am hellen Tag in die Ausstellung kam, zeigte sich enttäuscht: Man könne die Kunst ja gar nicht richtig sehen, lautete die Klage. Tatsächlich hatte Pavel Braila in der Neuen Nationalgalerie gegen Konventionen der Videopräsentation verstoßen. Die zwei frei hängenden Tryptichen seiner Filminstallation „Barons` Hill“ (2004-05) mussten sich ohne Kabinett und Verdunklung nicht nur gegen das Tageslicht behaupten, sondern auch gegen die strenge Architektur des Museums aus Stahl, dunklem Stein und Glas und gegen die Kulisse der Berliner Innenstadt vor den großen Fenstern, mit den Glastürmen am Potsdamer Platz und den geschwungenen Dächern von Philharmonie und Kammermusiksaal.

Doch nach Einbruch der Dämmerung sah die Sache ganz anders aus. Da blieben von der Stadt draußen nur einige Silhouetten und Neonreklamen, drinnen auf den Leinwänden aber leuchteten die Villen, die der Video- und Aktionskünstler in der Republik Moldau gefilmt hatte, in Rot, Silber, Weiß und Grün. Auf dem grauen Hallenboden glänzten Hunderte goldbarrengleicher Messingplatten, die Braila zu einer sieben mal zwölf Meter großen Fläche ausgelegt und „Dream Floor“ genannt hatte. Sogar nach Türschluss lief „Barons` Hill“ weiter. Braila hatte zudem an der Außenwand des Museums Lautsprecher angebracht. So hörten Passanten, die nachts durch die Fenster schauten, Johann Sebastian Bachs Sonate in d-moll, mit der er seine Bilder von den Luxushäusern untermalt hat. Doch so gut die späten Besucher sehen und hören konnten, die Villen und das Gold blieben ihnen hinter den gläsernen Museumswänden ähnlich fern wie den Betrachtern am Tag, denen…

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von Claudia Wahjudi

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