Ausstellungen: London · von Edgar Schmitz · S. 411
Ausstellungen: London , 2000

Edgar Schmitz

Protest and Survive

Whitechapel Art Gallery, London, 14.9. – 12.11.2000

Wo es um eine Bestandsaufnahme des Politischen im Museum geht, stellen sich Fragen nach dessen Ursprüngen ebenso wie nach seiner Verwahrung und den (immer wieder neu zu bestimmenden) Funktionszusammenhängen, in denen es auftreten und sich bemerkbar machen kann. ‚Protest and Survive‘ macht dabei das Politische selbst zum Versatzstück in immer wieder neuen Anordnungen.

Schon die in der Ausstellung präsentierte (Vor-)Geschichte gegenwärtigen künstlerischen Engagements mit Politik stellt die Frage nach dem Politischen in der Kunst mit Öyvind Fahlströms ‚Design for Vietnam Poster (Crocodile Tears and Alligator Clips) 1971‘ und Valie Exports ‚Body Configurations‘ (1972) und damit programmatisch als Frage von immer wieder neuen Positionierungen, in denen radikale Praxis, so das Argument der Ausstellung, sich gerade in Formen der Abweichung manifestiert. Mit Jacques Charliers ‚A Group known as Total’s Underground infiltrate an anti-atomic march and distribute transparent tracts, their lips sealed with plasters‘ (1965-68) figurieren dabei selbst die Anti-Atom Proteste der späten 60er Jahre lediglich als Folie für Unterwanderung.

Weil Politisches so (gerade im Museum) eine Frage der Strategien ist und nicht der Inhalte, geht es in der Whitechapel Gallery erst mal immer wieder um den physischen wie konzeptionellen Rahmen und wie mit diesem umzugehen sein könnte. Aller Proteste während der Eröffnung und danach zum Trotz, nach denen Protest (und Politik) nicht ins Museum gehören, sondern auf die Straße, trotz dieses überkorrekten Rufes nach Faktischem und scheinbarer Wirksamkeit ergeben sich hierfür zwei Perspektiven.

Die erste ist die Öffnung des Museums, deren Möglichkeiten sich hier von Dan…

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