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Ausstellungen: Berlin · S. 285 - 285
Ausstellungen: Berlin , 1988

Marius Babias
Reiner Ruthenbeck

Galerie Anselm Dreher, 17.2.-2.4.1988

Der Kunsthistoriker Will Grohmann, dem Abstrakten zugeneigt, lieferte sich in der Nachkriegszeit eine scharfe theoretische Auseinandersetzung mit Carl Hofer, Direktor der mittlerweile in HdK umbenannten Hochschule für bildende Künste, der bekanntlich eine figurativ-inhaltliche Position vertrat. Mit dem Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin (14.000 DM) wurde nun Ende Februar für sein künstlerisches Schaffen Reiner Ruthenbeck geehrt. Es reiht sich gut, daß Ruthenbeck zur Zeit der Preisverleihung mit einer Einzelausstellung präsent ist. Davor war er 1985 in Berlin zu sehen, und davor 15 Jahre lang nicht.

Die Ausstellung ist, bis auf „Großes weißes Tuch mit Winkeln“, eine Arbeit, die so und in variierter Form schon 1975 entstand, mit neuen Wandobjekten und Bodenarbeiten gestaltet. Zwar kennzeichnet sich Ruthenbecks Werk insgesamt durch Einfachheit und durch Stille und besonders durch die Harmonisierung von Gegensatzpaaren, doch sind die neuen und gerade die Wandobjekte rudimentärer und also abstrakter geworden. So beispielsweise „Blechplatte mit leicht abgewinkelter Ecke“, ein an die Wand geschraubtes schwarzes Quadrat, dessen linke Ecke angewinkelt ist und somit der rechten Ecke ein räumliches Herausragen ermöglicht Diese Überführung der Fläche in Räumlichkeit nennt Ruthenbeck ein „Herauskommen aus dem Nichts“. Dieselbe Struktur der Überführung eines Elements in sein Gegenteil bzw. seine Komplementarität erweist sich auch für die „Rote Bodenraute“ als bestimmend. Die Form des um vier Eisenstifte herum gespannten roten Bandes, Rot übrigens unterstützt die Wärmeträgerschaft der von Ruthenbeck häufig benutzten Textilstoffe, die Rautenform entsteht, wenn man sich die zwei mittleren Eisenstifte wegdenkt, aus der Linie.

Bei der „Mittelgrauen Bodenraute mit Noppen“…


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