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Ausstellungen: Berlin · S. 286 - 286
Ausstellungen: Berlin , 1988

Thomas Wulffen
Jeff Beer

Galerie Skulima

Die Umwandlung profanen Materials in einen auratischen Gegenstand ist ein altbekannter Topos. Wie man diesen Topos ausreizt, beweist Jeff Beer mit seinen Skulpturen: „Falls nicht anders angegeben, bestehen die Arbeiten aus geschweißten Eisenfundstücken.“ Die Arbeit des Künstlers, in diesem Fall Jeff Beer, besteht darin im Fundstück dessen formgebenden Gehalt zu erahnen. Da die Skulpturen von Jeff Beer sich weitestgehend figurativer Muster bedienen, muß der formgebende Gehalt korrespondieren mit einer möglichen Figuration. Scheinbar legt das für die Masse des Materials eine Beschränkung vor. Nicht jedes Material kann in dieser Art und Weise umgesetzt werden. Durch die komplexe Verbindung verschiedener Materialien und unterschiedlicher Formen aber hebt diese Beschränkung wieder auf, weil ein Element zur Erklärung eines anderen, dessen Bedeutung innerhalb des figurativen Komplexes, dienen kann. Voraussetzung für die Umsetzung von profanem Material in auratische Gegenstände war im Fall des Werkes von Jeff Beer der Bezug auf bestimmte Wahrnehmungsmuster: ein Blech mit zwei um die Mitte gelagerten Lochern, gehalten von einem dünnen Stab, ergibt das Muster ‚Gesicht‘. Ein übriges zu einer solchen Deutung tun die Titel der Arbeiten wie ‚Mutter und Kind‘ und ‚Fährmann und Falke‘.

Im März 1986 hatte Jeff Beer seine erste Einzelausstellung in der Galerie Skulima, die gleiche Galerie zeigte ihn im Februar 1988. Dazwischen lag eine internationale Tournee über mehrere Messen und in mehreren Galerien. Unbegrenzte Schöpfertätigkeit des Künstlers läßt immer neue Arbeiten entstehen, deren Variantenreichtum allerdings beschränkt bleibt. Der direkte Bezug auf konstitutive Wahrnehmungsmuster läßt offensichtlich nicht mehr zu. Aber es reicht, wenn die Skulpturen…


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