Ausstellungen: Berlin · S. 287
Ausstellungen: Berlin , 1988

Thomas Wulffen

Ulrike Grossarth / Eran Schaerf

Künstlerhaus Bethanien
Galerie Anselm Dreher

Vielleicht ist keine Vergleichbarkeit gegeben, aber der Zugang zum Material ähnelt sich. Wo der eine den Alltagsgegenstand und dessen möglichen Diskurs darstellt, geht der andere von einem Diskurs aus, um in ihm die Objekte sprechen zu lassen, Eran Schaerf benutzt in seinen Arbeiten zum Teil gewöhnliche Gegenstände, deren Arrangement er so starr in Szene setzt, das sie neue Bezüge entdecken lassen. Auf einer Wandgarderobe, ein Modell der fünfziger Jahre, liegt eine Vase aus dem gleichen Zeitraum. Die Verbindung wirkt auf den ersten Blick rätselhaft, aber sie kann sich beziehen lassen auf jene am Boden festgeschraubte Wandgarderobe von Marcel Duchamp. Die Frage entsteht nur, wie die Vase auf die Garderobe kommt. Offensichtlich stimmt die Verbindung nicht, aber gerade darin tritt ein Bruch zutage, der die Wahrnehmung konzentriert.

Andere Arbeiten nehmen die Darstellung selber zum Thema. Auf vier nebeneinander gestellten Hockern befinden sich drei Gegenstände, der letzte Hocker bleibt unbesetzt. Die Hocker dienen in den drei ersten Fällen neben dem Hinweis auf den bloßen Gegenstand ‚Hocker‘ auch als Sockel. Der Hinweis ist aber nur im Rückgriff auf den letzten Hocker möglich, weil der sich sozusagen selber auf den Sockel stellt: Objekt- und Metaebene fallen zusammen. In einer anderen Installation arbeitet Eran Schaerf direkt mit der Sprache. In dem Raum sind mehrere große Plastikbälle verteilt, kurze Textzeilen sind auf ihnen lesbar: (It’s) the flowers, (It’s) she likes flowers. Die Sätze werden länger, fügen sich aber nicht zu einem Ganzen. Die Geschichte, die anhand der Sätze…

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